International
Auswirkungen eines EU-Beitritts der Türkei

Die EU-Kommission hat sich in ihrer Empfehlung für Verhandlungen mit der Türkei auch mit den politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen befasst, die ein Beitritts des Landes zur Europäischen Union hätte.

HB BRÜSSEL. Die Kommission kommt grundsätzlich zu diesen Schlüssen:

  • Ein Beitritt der Türkei ist angesichts der Größe des Landes mit keiner vorhergehenden Erweiterungsrunde vergleichbar.
  • Am Ende erfolgreicher Verhandlungen steht das Modell eines islamischen Landes mit rechtsstaatlichen und demokratischen Werten.

Für wichtige Felder gemeinsamer EU-Politik ergeben sich diese Ergebnisse:

Geo-strategische Mission

  • Die Türkei ist für die EU strategisch wichtig, da sie an potenzielle Konfliktzonen im Nahen Osten, dem Kaukasus, in Zentralasien und im Mittelmeerraum grenzt.
  • Sie kann bei anhaltendem Reformkurs dort eine stabilisierende Rolle spielen.
  • Eine erfolgreiche Integration wäre ein Signal an die muslimische Welt, dass Glaubensfragen mit den Werten der EU vereinbar sind.

Wirtschaftliche Dimension

  • Die wirtschaftlichen Vorteile sind für die EU positiv, aber gering. Das Wachstum des Türkei dürfte hingegen einen außergewöhnlichen Schub erhalten.
  • Die geographische Lage des Landes nahe der weltweit energiereichsten Region kann die Versorgung der EU mit Öl und Gas verbessern.

Freizügigkeit

  • Der Zugzug von möglicherweise Millionen türkischer Arbeitnehmer kann die Arbeitsmärkte in der EU überfordern. Aber angesichts der alternden Bevölkerung in der EU können diese den zu erwartenden Mangel an jungen Beschäftigten ausgleichen
  • Lange Übergangszeiten und Schutzklauseln - bis hin zu einer Aussetzung des freien Personenverkehrs - können einen Zustrom bremsen.

Landwirtscxhaft

  • Die Landwirtschaft ist der zentrale ökonomische Faktor in der Türkei.

  • Auch wenn die Empfehlung keine Zahlen nennt, gehen Kommissionsexperten von milliardenschweren Zahlungen für die wenig wettbewerbsfähige türkische Agrarwirtschaft aus.

    Regionalpolitik

    • Die milliardenschwere Regionalförderung, die das Wohlstandsgefälle in der EU ausgleichen soll, läuft Gefahr, aus dem Ruder zu laufen.
    • Die gesamte Türkei bekäme nach Einschätzung von Kommissionsexperten die Höchstförderung. Dafür müssten zahlreiche Regionen der EU ihre Ansprüche aufgeben.

    Haushalt

    • Die Empfehlung nennt keine Zahlen, nennt die finanziellen Folgen aber spürbar.
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%