Auszeichnung
Friedensnobelpreis für Barack Obama

Sensation in Oslo: Das Nobelkomitee hat US-Präsident Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis 2009 ausgezeichnet. Obama wird für seinen Einsatz zur „Stärkung der internationalen Diplomatie“ ausgezeichnet. Obama habe ein neues internationales Klima geschaffen, hieß es in der Begründung.
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HB OSLO. Besonderes Gewicht sei bei der Entscheidung auf Obamas Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen gelegt worden, hieß es weiter. Obama habe als Präsident eine neue Atmosphäre in der internationalen Politik geschaffen. Multilaterale Diplomatie mit einer Betonung auf der Rolle der Vereinten Nationen und internationaler Institutionen sei damit wieder in den Mittelpunkt gerückt worden, so das Nobelkomitee. Selbst für die schwierigsten internationalen Konflikte seien nun Dialog und Verhandlungen die bevorzugten Lösungsinstrumente. Auch in der Klimapolitik hätten die USA unter Obama eine konstruktive Rolle eingenommen.

Obama nahm die Verleihung des Preises in einer ersten Reaktion mit Freude auf. Sein Sprecher Robert Gibbs sagte, er habe Obama vor Sonnenaufgang mit der freudigen Nachricht geweckt. „Der Präsident empfand Demut, vom Nobelkomitee ausgewählt worden zu sein."

„Nur sehr selten hat ein Mensch im gleichen Ausmaß wie Obama die Aufmerksamkeit der Welt gefangengenommen und seinem Volk Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben“, hieß es in der Begründung des Komitees weiter. „Seine Diplomatie gründet auf der Vorstellung, dass diejenigen, die die Welt führen sollen, dies auf der Grundlage von Werten und Einstellungen tun müssen, die von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden.“ Dies seien genau die Positionen, für die das Nobelkomitee seit 108 Jahren werbe.

Der norwegische Komiteechef Thorbjörn Jagland sagte zur der Verleihung trotz der noch sehr kurzen Präsidentschaft Obamas: „Alles, was er in seiner Zeit als Präsident angepackt hat, und wie sich das internationale Klima durch ihn verändert hat, ist schon mehr als Grund, ihm dem Friedensnobelpreis zu verleihen.“

Jagland meinte, das Komitee habe schon immer versucht, noch nicht abgeschlossene Entwicklungen für den Frieden zu stimulieren und zu fördern. Das sei auch bei den Vergaben an Bundeskanzler Willy Brandt und an den damaligen sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow der Fall gewesen.

Obama ist der erste schwarze US-Präsident. Bereits seine Kandidatur um das höchste Amt im Land galt als Zeichen, dass die Rassenschranken in den Vereinigten Staaten immer niedriger werden. In seiner bisherigen Amtszeit hat er sich vor allem für eine Welt ohne Atomwaffen stark gemacht und sich bemüht, das Verhältnis zu den Muslimen zu verbessern.

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