Auto mit Sprengstoff in Wohnanlage für Ausländer gelenkt
Mehrere Tote bei Explosion in Saudi-Arabien

Bei einem Anschlag in Riad sind mindestens elf Menschen getötet worden. Verletzt wurden nach Angaben der Regierung bis zu 100 Menschen.

HB BERLIN. Bei einem Selbstmordanschlag in einer Wohnanlage der saudiarabischen Hauptstadt Riad sind nach Angaben des Innenministeriums 122 Menschen verletzt worden. Elf Menschen seien getötet worden. Sie stammten aus Saudi-Arabien, Libanon, Sudan und Ägypten. Unter den Opfern seien auch vier Kinder. Zudem seien mehrere Attentäter getötet worden.

Vier Wohngebäude im Umkreis von 50 Quadratmetern wurden zerstört. Augenzeugen berichteten weiter, sie hätten vor den Detonationen Schüsse in der Wohnanlage Muhaja gehört. Die Anlage besteht aus 200 Villen, in der überwiegend arabische, aber auch einige ausländische Familien wohnen, und liegt fünf Kilometer von dem Diplomatenviertel Riads entfernt.

Wie die Polizei am Tatort mitteilte, wurde ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die bewachte und mit Betonblöcken geschützte Wohnanlage gesteuert und dann zur Explosion gebracht. Die Bewacher seien beschossen worden. Durch die Explosion seien mehrere weitere Autos zerstört worden.

Die saudiarabische Regierung machte das Terrornetzwerk Al Qaeda für den Anschlag auf die Anlage verantwortlich. Die Ausführung des Attentats erinnere an die Anschläge vom 12. Mai, bei denen 35 Menschen getötet wurden, sagte ein saudiarabischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Dies deute darauf hin, dass auch die Urheber des Anschlags vom Sonntag Al-Qaeda-Mitglieder seien.

Die USA wiesen ihr Botschaftspersonal in Saudi-Arabien an, zu Hause zu bleiben und das Diplomatenviertel nicht zu verlassen. Sie hatten zuvor vor einem bevorstehenden Anschlag in Saudi-Arabien gewarnt.

Bundesaußenminister Joschka Fischer sprach den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus. «Der Anschlag zeigt erneut, dass vom internationalen Terrorismus weiterhin eine massive Bedrohung ausgeht», erklärte er. Die internationale Gemeinschaft müsse dieser Bedrohung entschieden entgegentreten.

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