Autobahnbetreiber und Energieversorger kommen an die Börse
Frankreich erhöht das Tempo bei Privatisierungen

Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin sieht sich gerne als Mann der Tat. In Sachen Privatisierung wird der Regierungschef diesem Anspruch gerecht: Kaum Anfang Juni ins Amt gekommen, leitet er den Verkauf für die restlichen Staatsanteile an den drei französischen Autobahnbetreiber ASF, Sanef und APRR ein.

PARIS. Der Deal soll bis zu 13 Mrd. Euro bringen und bis zum Herbst unter Dach und Fach sein. 18 Kaufangebote sind bei den Investmentbanken Goldman Sachs und BNP Paribas eingegangen, die den Staat bei dem Geschäft beraten.

Investmentbanker sehen nun den Zenit beim Privatisierungsprozess in Frankreich überschritten: „Mit der nun anstehenden Privatisierung von EDF und der Perspektive auf den Börsengang von Areva haben wir die besten Deals schon gesehen“, sagt zum Beispiel Erik Maris, Partner der Investmentbank Lazard Frères in Paris. Allein de Villepin wird nach dem Verkauf der Autobahnen insgesamt für knapp 19 Mrd. Euro Unternehmensanteile verkauft haben – so viel, wie seine Amtsvorgänger in drei Jahren zusammen. Danach winken den Banken hauptsächlich noch Zweitplatzierungen von Aktien aus dem Staatsbesitz.

Mit Erfolg brachte Lazard in diesem Sommer zusammen mit Calyon, der Investmentbank von Crédit Agricole, den Gasversorger GDF an die Börse. Das brachte dem Staat rund 2,5 Mrd. Euro ein. GDF ließ sich dabei von der Société Générale und Morgan Stanley beraten.

Für den Herbst ist der Börsengang des Stromversorgers EDF geplant. Das Berater-Konsortium arbeitet mit Hochdruck an den Vorbereitungen: Calyon und Morgan Stanley beraten den Staat, BNP Paribas und Rothschild das Unternehmen. Danach sieht es dünner aus: Der französische Nuklear-Technik-Konzern Areva wartet immer noch auf das grüne Licht des Finanzministeriums für den Börsengang. Erst sollte die Operation im Frühjahr 2004 laufen; dann wurde August 2004 genannt, anschließend Sommer 2005. Im Frühjahr erklärte Finanzminister Thierry Breton, dass die Börsengänge von GDF und EDF für die Regierung Vorrang hätten. Areva soll nun 2006 an die Börse gebracht werden. Lazard und Calyon begleiten die Börsenpläne Arevas.

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