Autobombe wurde gezündet: Mehr als 100 Tote bei Anschlag im Irak

Autobombe wurde gezündet
Mehr als 100 Tote bei Anschlag im Irak

Beim schwersten Bombenanschlag im Irak seit dem Sturz Saddam Husseins sind am Montag südlich von Bagdad mindestens 115 Menschen getötet und 148 verletzt worden.

HB HILLA. Ein Selbstmordattentäter war mit seinem Auto auf dem belebten Marktplatz der Stadt Hilla in eine Gruppe von Menschen gerast, die sich um Jobs in der Verwaltung und bei den Sicherheitsdiensten bewerben wollten. Kurz drauf zündete er die Bombe. Fernsehbilder zeigten aufgetürmte Leichenberge, zerstörte Häuser sowie Helfer, die mit Holzkarren Tote und Verletzte abtransportierten.

„Wie kann jemand anderen Menschen so etwas antun?“, fragte ein Mann und starrte auf das Bild der Verwüstung, das sich ihm bot. Lediglich ein paar umherliegende Tomaten erinnerten noch daran, dass auf dem Marktplatz bis zu der Explosion Obst und Gemüse verkauft worden waren. Anwohner der ärmlichen und überwiegend von Schiiten bewohnten Stadt waren schockiert von der Wucht der Zerstörung und der Verstümmelung der Opfer.

Die Zahl der Toten könne noch weiter steigen, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde in der 100 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt. „Wir rufen die Menschen auf, Blut zu spenden, und haben ein Zentrum dafür eingerichtet.“ Ärzte aus Kerbela, Diwanija und Nadschaf seien angefordert worden, um bei der Versorgung der Verletzten zu helfen. Auch der irakische Rote Halbmond entsandte Notärzte und Helfer. Patienten wurden aus den Krankenhäusern gebracht, um Platz für die Verwundeten zu schaffen.

Unter den Opfer sind viele Passanten, die in den umliegenden Geschäften Einkäufe erledigten. Ziel des Anschlags war aber vermutlich eine Gruppe von Irakern, die für Unterlagen anstanden, die sie für Bewerbungen bei den irakischen Sicherheitskräften benötigten. Anwärter auf Stellen in der Verwaltung und bei den Sicherheitskräften sind bereits wiederholt zum Anschlagsziel von Aufständischen geworden, die gegen die US-Soldaten im Irak und die demokratische Wende des Landes kämpfen. Immer wieder werden vor allem Polizisten, Soldaten und Mitglieder der Regierung angegriffen. Auch in anderen Städten des Landes kam es am Montag zu Anschlägen und Angriffen, bei denen weitere Iraker ums Leben kamen.

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