Autobranche
Briten machen Front gegen Opel-Deal

Die Briten sind nicht nur im Fußball bekannt dafür, dass sie Fairplay sehr wichtig nehmen. Daher fordert der britische Wirtschaftsminister Lord Peter Mandelson in einem Interview mit dem Handelsblatt, dass die deutschen Standorte nicht zu gut wegkommen. Schließlich sollen die Kürzungen bei GM Europa gerecht verteilt werden.

LONDON. Die britische Regierung sieht die bislang geplante Auffanglösung für die europäischen Töchter des insolventen US-Autoriesen General Motors (GM) kritisch und macht sich für eine innereuropäische Lösung stark. „Prinzipiell halte ich die Schaffung einer starken europäischen Basis in der Automobilproduktion für eine attraktive Lösung“, sagte der britische Wirtschaftsminister Lord Peter Mandelson in einem Interview mit dem Handelsblatt und anderen europäischen Zeitungen. Für eine solche Lösung ist es nach Einschätzung des Briten auch noch nicht zu spät: „Mit dem kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna haben wir zwar einen bevorzugten Bieter, aber noch keinen endgültigen Käufer“.

Indirekt macht sich Mandelson damit für die Interessen des italienischen Autobauers Fiat stark, der nach wie vor an einer Opel-Übernahme interessiert ist, auch wenn sich zunächst das Rettungskonzept, das Magna gemeinsam mit seinen russischen Partnern Sberbank und dem Autobauer Gaz auf den Tisch gelegt hat, durchgesetzt hat.

Für 500 Mio. Euro sichert sich das Konsortium einen Anteil von 55 Prozent an den europäischen GM-Töchtern, zu denen auch der britische Ableger Vauxhall mit rund 5 000 Arbeitsplätzen gehört. Zur Absicherung der Opel-Rettung hofft Magna auf milliardenschwere Staatshilfen von Deutschland und anderen Ländern. Bisher existiert nur eine vorläufige Vereinbarung zur Opel-Übernahme durch die Gruppe um die Kanadier. Magna hofft bis Ende September auf einen endgültigen Abschluss.

Nach Mandelsons Einschätzung ist eine Konsolidierung in der europäischen Automobilindustrie unausweichlich. „Je stärker diese Konsolidierung innerhalb Europas stattfindet, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass eine starke, wettbewerbsfähige Industrie aus diesem Prozess hervorgeht“.

Vor diesem Hintergrund schein Mandelson nicht davon überzeugt, dass die Übernahme durch Magna die beste Lösung für die europäischen GM-Töchter ist. „Bei den Verhandlungen ging es nicht um die Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze in der europäischen Automobilindustrie, sondern um die Interessen von General Motors und deren Eigentümern, die sich einen möglichst guten Preis und möglichst viel Einfluss auf den europäischen Markt sichern wollten“.

Magna habe sicher Interesse an Europa, aber der Schwerpunkt der wirtschaftliche Schwerpunkt des Zulieferers liege in Nordamerika. Nach Einschätzung von Mandelson wäre eventuell sogar eine Insolvenz der Opel-Gruppe eine bessere Lösung für Europa gewesen. „In diesem Falle wären möglicherweise mehr und andere Bieter Teil des Prozesses gewesen.“ Mandelson sprach heute in Berlin mit seinem Amtskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg über den Fall Opel.

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