Ayatollah befahl Bau geheimer Tunnel
Iran besteht auf Nutzung von Zentrifugen

Die iranische Regierung hat den Kompromiss um das Atomprogramm es Landes wieder in Frage gestellt. Sie besteht darauf, 20 Zentrifugen weiter zu betreiben, die zur Forschung aber auch zur Urananreicherung benutzt werden können.

HB BERLIN. Die iranische Regierung besteht darauf, 20 Zentrifugen weiter zu betreiben, die zur Urananreicherung benutzt werden können. Noch am Freitagabend hatten iranische Diplomaten in Wien zugesichert, das Land werde auf alle Zentrifugen verzichten.

Außenminister Kamal Charrasi stellte mit der Ankündigung, 20 Zentrifugen zu behalten den scheinbar erreichten Kompromiss um das Atomprogramm des Iran wieder in Frage. Die iranische Regierung hatte sich Anfang November bereit erklärt, kein Uran mehr aktiv anzureichern. Es hieß jedoch immer wieder von iranischer Seite, die Geräte seien allein für Forschungszwecke gedacht und daher nicht von der Zusage zum Stopp aller Urananreicherungsaktivitäten betroffen.

Die Nachrichtenagentur AP berichtet, am Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEI) in Wien hieße es, die Europäer würden nicht von ihrer Forderung eines kompletten Stopps des iranischen Atomprogramms einschließlich der umstrittenen Zentrifugen abrücken. Ein EU-Diplomat sagte AP, die jüngste Weigerung des Irans könne auch eine weit harschere Resolution nach sich ziehen.

«Der Spiegel» berichtet unter Berufung auf ein Geheimdienst-Dossier, der geistliche Führer Ayatollah Ali Chamenei habe nach einer Meldung des Magazins «Der Spiegel» habe kurz vor der Zusage auf einen Stopp des Atomprogramms Anfang November noch den Bau eines geheimen Tunnels in unmittelbarer Nähe der Uran-Umwandlungsanlage Isfahan befohlen.

Demnach können in den unterirdischen Anlagen schon bald große Mengen Uranhexafluorid hergestellt werden, das als Grundstoff für die Urananreicherung gilt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%