Ayatollah Chamenei mit markigen Worten
Iran will sich „nicht in die Knie“ zwingen lassen

Das geistliche Oberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Chamenei, reagiert auf Fortsetzung der Atomgespräche mit deutlichen Worten. Eine Einigung mit der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland ist nicht in Sicht.
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TeheranIn seiner ersten Reaktion auf die Verlängerung der Atomgespräche hat Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei betont, sein Land werde sich vom Westen nicht „in die Knie“ zwingen lassen. „In der Nuklearfrage haben die Arroganten ihr Bestes getan, den Iran in die Knie zu zwingen, doch ist ihnen dies nicht gelungen und es wird ihnen nicht gelingen“, schrieb Chamenei am Dienstag auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter. Mit den „Arroganten“ sind im politischen Diskurs im Iran für gewöhnlich die westlichen Regierungen gemeint.

Trotz tagelanger intensiver Verhandlungen in Wien war es dem Iran und der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland am Montag nicht gelungen, sich wie geplant auf ein dauerhaftes Abkommen zum iranischen Atomprogramm zu einigen.

Eigentlich hatten sie sich eine Frist bis Montag gesetzt, um den jahrelangen Streit beizulegen. Angesichts verbleibender Streitpunkte verständigten sie sich nun darauf, bis März ein Rahmenabkommen auszuhandeln und bis zum 30. Juni die technischen Einzelheiten zu klären.

Das geistliche Oberhaupt hat im Iran das letzte Wort in der Außenpolitik und muss daher auch einem Atomabkommen zustimmen. Chamenei sieht die Gespräche skeptisch, widersetzt sich aber auch nicht ihrer Fortführung. Zahlreiche Konservative, die im Iran Parlament, Justiz und die Sicherheitsdienste dominieren, lehnen die Verhandlungen dagegen offen ab.

Der moderate Präsident Hassan Ruhani hatte die Gespräche nach seinem Amtsantritt im August 2013 neu gestartet, um eine Aufhebung der schmerzhaften Sanktionen gegen sein Land zu erreichen. Ein dauerhaftes Abkommen soll dem Iran die friedliche Nutzung der Atomtechnologie erlauben, zugleich aber verhindern, dass die Islamische Republik in kurzer Zeit Atomwaffen entwickelt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ayatollah Chamenei mit markigen Worten: Iran will sich „nicht in die Knie“ zwingen lassen"

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  • Man kann sich vorstellen, daß Deutschland als verlängerter Arm Israels dabei ist (= Staatsräson).
    Niemand im Orient braucht Atomwaffen, wenn Israel keine hätte!
    Warum klagt keiner Israel deswegen an? Und fordert Kontrollen und Vernichtung der Atomanlagen? Israel hat den Atomsperrvertrag nicht unterschrieben! Man muß Israel als Quelle des Bösen mit Sanktionen in die Knie zwingen, nicht den harmlosen Iran!

  • Das Ziel der Verhandlungen war nie,ist nicht und wird nicht sein ein akzeptierbares Abkommen mit dem Iran zu schließen.Dem Iran werden nicht akzeptierbare Forderungen gestellt, am Ende wird erklärt werden,der Iran hätte die Verhandlungen zum Scheitern gebracht ,wäre böse und müßte deshalb mit militärischen Mitteln bekämpft werden.Der 3.WK ist um eine Stufe weiter.Das wissen alle ,natürlich auch der Iran.

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