Aylan Kurdi
Ertrunkener Dreijähriger in Syrien beerdigt

Der dreijährige Aylan ertrank gemeinsam mit seinem Bruder und seiner Mutter auf der Flucht nach Europa. Das Bild des toten Kindes am Strand wühlt die Welt immer noch auf. Nun wurde der Junge in seiner Heimat begraben.

Kucuk KendirliDer auf der Flucht nach Europa ertrunkene dreijährige Aylan ist in seiner Heimat Syrien bestattet worden. Das Bild des toten Jungen an einem türkischen Strand hatte die Welt erschüttert. Am Freitag trug sein Vater den Dreijährigen, dessen fünfjährigen Bruder und seine Frau in ihrem Heimatort Kobane zu Grabe. Alle drei waren ertrunken, nur der Vater überlebte.

Die syrische Familie hatte zusammen mit anderen Flüchtlingen in einem Schlauchboot die Überfahrt von der Türkei auf die griechische Insel Kos gewagt. Doch ging ihr Boot unter. Insgesamt ertranken bei dieser Überfahrt zwölf Flüchtlinge, die mit zwei Booten versucht hatten, die EU zu erreichen.

Die Familie war im vergangenen Jahr aus Kobane geflohen, nachdem die Terrormiliz Islamischer Staat die Stadt angegriffen hatte. Der Vater habe den Gedanken an die Flucht aus Syrien nun aufgeben, sagte Suleiman Kurdi, ein Onkel des trauernden Hinterbliebenen. „Er wollte nur wegen seiner Kinder nach Europa gehen“, sagte der Onkel. „Jetzt, wo sie tot sind, will er hier in Kobane in ihrer Nähe bleiben.“

Die Leichen der Mutter und der beiden Söhne waren von der Küste an die türkisch-syrische Grenze geflogen worden. Von der Polizei geschützte Leichenwagen brachten sie dann vom türkischen Grenzort Suruc ins direkt hinter der Grenze gelegene Kobane. Türkische Abgeordnete begleiteten den Vater. Journalisten wurden rund drei Kilometer vor der Grenze gestoppt. Dem Begräbnis auf dem sogenannten Martyrer-Friedhof wohnten zahlreiche Trauernde bei.

Die Fotos von dem toten Dreijährigen in rotem Hemd, kurzer blauer Hose und Turnschuhen hatten am Donnerstag weltweit Betroffenheit ausgelöst und die Debatte um Not und Verzweiflung der Flüchtlinge neu entfacht. Die Familie wollte nach Angaben des Vaters letztlich über Europa nach Kanada.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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