Ayrault auf Werbetour
Frankreich versichert Deutschland seinen Reformwillen

Ministerpräsident Ayrault wirbt in Berlin um Vertrauen und trifft damit auf offene Ohren: Kanzlerin Merkel hat Interesse an einem starken Frankreich. Dennoch trifft sich der französische Sozialist auch mit der SPD-Spitze.
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BerlinDer französische Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault hat in Deutschland versucht, Zweifel am Reformwillen seiner sozialistischen Regierung zu zerstreuen. "Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, damit wir das Ziel erreichen, Wachstum zu bekommen", sagte Ayrault am Donnerstag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Frankreich wolle das vereinbarte Defizitziel von drei Prozent in 2013 einhalten und dennoch für mehr Wachstum sorgen. Allerdings betonte er, dass sein Land dabei seinen eigenen Weg gehen und keine anderen Modelle kopieren werde.

"Wir wollen ein starkes Frankreich", betonte Merkel nach dem Treffen im Kanzleramt. Allerdings lehnte sie es ab, einzelne Maßnahmen der Regierung in Paris zu kommentieren oder gar zu bewerten. "Ich wünsche großen Erfolg bei dem, was in Frankreich jetzt in Bewegung kommt." In der EU und vor allem der Euro-Zone hingen alle von allen ab. "Niemand kann sich abkoppeln."
Zuvor hatten sowohl die EU-Kommission als auch der frühere SPD-Kanzler Gerhard Schröder Frankreich zu Strukturreformen aufgefordert. Angesichts wachsender Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit des Partnerlandes hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble den Sachverständigenrat um eine Analyse der Lage gebeten. Nach Angaben des Statistikamt Eurostat wuchs die Wirtschaft aber sowohl in Deutschland und Frankreich im dritten Quartal je um 0,2 Prozent.

Angesichts wachsender Arbeitslosigkeit in Frankreich hatte Präsident Francois Hollande angekündigt, die steuerliche Belastung der Unternehmen um 20 Milliarden Euro zu verringern. Vor wenigen Wochen hatte er seiner Regierung einen Haushaltsentwurf 2013 vorgelegt, der ein Defizitziel von drei Prozent anvisiert. Allerdings soll das Defizit vor allem über Steuererhöhungen ausgeglichen werden.

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  • Frankreich hat noch 700 Mrd Aussenstaende in den PIIGS, und dazu kommt noch die Dexia, derren Soll kann garnicht abgeschaetzt werden. Der Telegraph hat "bis zu 1000 Mrd" in den Raum gestellt, als finanzierer der franzoesischen Gemeinden.

    Mit 75 Mrd (offiziel, ganz transparent waren sie nicht), hat Frankreich in Griechenland gegenueber Deutschland mit 45 Mrd mehr zu verlieren gehabt bei einem Staatsbankrott, der ja jetzt Stueck fuer Stueck auf uns zukommt. Dann wurde die Finanzierung der Banken (Debit Agricole etc) "europaisiert", und wie immer zahlen fuer unser Freunde im Westen. Was passiert mit den restlichen 700, 1000, 1700 Milliarden?

  • Ich mag die Franzosen und dennoch sind sie pleite... da können sie mir auch weiter absurdes Zeug unterstellen.

    Ja die Franzosen haben Schulden...aber was sind Schulden in einer Dimension die man nie und nimmer mehr zurückzahlen kann? Was passiert mit einem Privatmann der weiss dass er eigentlich nichts mehr und auch in Zukunft nicht bezahlen kann aber weiterhin auf Rechnung kauft? KRedite aufnimmt? Na? Klingelts???

  • Frankreich hat noch gar nicht begonnen zu sparen:ich bezweifle sogar das das gelingt.Ich bezweifle auch die Schuldenbremse an sich.Warum ? Nun weil wir jedes Jahr einen Produktivitätssprung bekommen oder zu gut deutsch:Immer weniger Leute produzieren in immer kürzerer Zeit immer mehr.Nur was ist mit den Leuten,die in der Industrie,im Handwerk usw. nicht mehr gebraucht werden.Früher gingen diese Menschen in die öffenliche Verwaltung,zur Armee,Polizei wurden Sozialarbeiter oder Beamte.Alles Stellen,die jetzt nicht nur in den Südländern eingespart werden sollen.

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