Bad Bank
Euro-Gruppe gibt Madrid erneut mehr Zeit

Die faulen Kredite der spanischen Institute sollen in eine Bad Bank ausgelagert werden. Im Gegenzug will die Euro-Gruppe Madrid noch mehr Luft zum Abbau des Etatdefizits geben. Details verhandeln die Finanzminister.
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MadridDie Bedingungen für das geplante Milliarden-Hilfspaket der Euro-Partner für die Rettung spanischer Banken konkretisieren sich. Einerseits werde Spanien der Gründung einer „Bad Bank“ zustimmen, in die faule Kredite ausgelagert werden sollen, verlautete am Montag aus spanischen Regierungskreisen. Gleichzeitig kommt offenbar auch die Euro-Gruppe auf das Krisenland zu.

Zusätzlich zur Schaffung einer Bad Bank soll die Kernkapitalquote der Kreditinstitute in Spanien auf neun Prozent angehoben werden. Um die Eigenkapitalvorschriften „Basel III“ zu erfüllen ist lediglich eine Quote von sieben Prozent nötig. Spanien werde noch am Montag eine entsprechende Absichtserklärung in Brüssel unterzeichnen, hieß es. Möglicherweise bekomme das Land über 15 Jahre laufende Kredite für drei bis vier Prozent.

EU-Diplomaten zufolge wird die Euro-Gruppe Spanien aber auch mehr Zeit zum Abbau seines Haushaltsdefizits einräumen. Das Minus im Staatshaushalt dürfe in diesem Jahr 6,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, hieß es am Montag in den Kreisen. Die EU-Kommission schlage den Schritt vor, die am Abend Thema in den Beratungen der Finanzminister der Euro-Zone sein werde. Zuletzt hatte die EU das Ziel im März auf 5,3 Prozent gelockert.

Im kommenden Jahr soll Spanien dann den beiden EU-Vertretern zufolge sein Defizit auf 4,5 Prozent abbauen und 2014 schließlich mit 2,8 Prozent unter der vereinbarten Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts landen. Die spanische Regierung will bei dem Treffen am Abend eine Absichtserklärung über die geplanten Rettungshilfen für den Bankensektor des Landes unterzeichnen.

Die EU-Kommission hatte bereits vor einigen Wochen vorgeschlagen, Spanien zum Abbau des Defizits ein Jahr mehr Zeit einzuräumen, unter der Bedingung, dass die Regierung in Madrid zusätzliche Sparmaßnahmen beschließt. Spanien hatte weitere Wirtschaftsreformen bereits in Aussicht gestellt, um das Haushaltsdefizit zu reduzieren. Eine tiefe Rezession erschwert in dem südeuropäischen Land den Abbau der Schulden.

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Weiteres Treffen für den 20. Juli geplant

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  • Genau so isses!

  • O-Ton <'Eurowahn'
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    Also jedes folgendes Jahr gibt es ein Defizit in Spaniens Haushalt. Das Heißt also für uns Deustche jedes Jahr weitere Zahlungen an Spanien !!
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    Blödsinn.

    Bisher gibt es nur einen Antrag Spaniens auf Hilfen bei der Sanierung des Bankensektors.

    Die Refinanzierung und Defizitfinanzierung wird nach wie vor an den Finanzmärkten vorgenommen.

    Und wie kommen Sie darauf daß es zwangsläufig "jedes folgendes Jahr ein Defizit in Spaniens Haushalt" geben müßte?

    Spanien hat historisch ausgeglichene Haushalte und niedrige Staatsschulden gehabt. Das Platzen der Immoblienblase und eine gewisse Ausgabenfreudigkeit in Folge der niedrigen Zinsen zu Beginn der Euro-ära haben da den Spaniern ein Bein gestellt.

  • O-Ton 'DeutscherEuroaustrittBesteLosung'
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    Wenn Griechenland statt Deutschland aus dem Euro geht, rast der Zug nur weiter auf die Wand zu und wird der Schrecken am Ende noch größer für Deutschland und Europa.
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    Keineswegs.

    Ein Rausschmiß Griechenlands spart etwa 10 Milliarden pro Jahr gutes Geld, und verbessert die Kreditwürdigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Euro-Raums.

    Und er wäre ein gutes Beispiel für die restlichen PIGS dafür, was Leuten passiert die sich nicht an Vereinbarungen halten wollen.

    Den Sainierungsbemühungen in Spanien, Italien, Irland und Portugal würde das sicher nicht schaden.

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