„Bad Banks“
Spanien will Banken von „faulen“ Krediten befreien

Lange Zeit schloss Spanien die Einführung von „Bad Banks“ aus. Auch heute noch will Finanzminister Luis de Guindos nicht davon sprechen. Eingeführt werden die Auffanggesellschaften für Risikopapiere trotzdem.
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BarcelonaSpanien setzt bei der Sanierung seiner kriselnden Geldinstitute auf das Modell der „Bad Banks“. Die Banken sollen die Möglichkeit erhalten, ihre „faulen Kredite“ in Auffanggesellschaften auszulagern, wie Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Donnerstag in Barcelona ankündigte. Auf diese Weise könnten die Geldinstitute die Risikopapiere aus ihren Bilanzen entfernen.

„Die Regierung wird in den kommenden Wochen die Regeln dafür festlegen“, sagte der Minister. Er mied allerdings den Begriff der „Bad Banks“. Infolge des Zusammenbruchs des Baubooms befinden sich in den Bilanzen der spanischen Banken nach Angaben des Ministers unsichere Immobilienkredite in einem Wert von nominal etwa 180 Milliarden Euro. Dies schwächt das Vertrauen der Anleger in das spanische Finanzsystem und verschärft die Schuldenkrise.

Die Gründung von Abwicklungsgesellschaften werde freiwillig sein, teilte De Guindos mit. „Jede Bank wird ihr eigenes 'Vehikel' schaffen können.“ Die Gesellschaften sollten die Risikopapiere zum jeweiligen Marktpreis erwerben. Er ließ aber offen, wie der jeweilige Wert der Immobilien festgelegt werden soll, wenn zum Beispiel der Preis von Grundstücken umstritten ist.

De Guindos teilte auch nicht mit, wie die Gesellschaften finanziert werden sollen. Es sei „im Prinzip“ nicht vorgesehen, Steuergelder für die Sanierung der Banken auszugeben. Spanien dürfe seinen Haushalt nicht weiter belasten. Madrid hat sich bei der EU dazu verpflichtet, sein Defizit von 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2011) in diesem Jahr auf 5,3 Prozent zu senken. Bisher hatte die Regierung den Einsatz staatlicher Mittel bei der Banken-Sanierung rigoros ausgeschlossen.

Spanien war bis vor kurzem gegen das umstrittene „Bad-Bank“-Modell gewesen. Großbanken wie Banco Santander oder BBVA betonten, dass sie ein solches Instrument nicht benötigten und ihre Bilanzen mit eigenen Mitteln bereinigen könnten. Dagegen haben die - aus den Zusammenschlüssen von Sparkassen hervorgegangenen - Banken zum Teil erhebliche Schwierigkeiten, ihre Bilanzen zu bereinigen.

Deutschland hatte 2009 unter dem Eindruck des Lehman-Crashs die Möglichkeit zur Gründung von „Bad Banks“ geschaffen. Die Düsseldorfer WestLB lagerte wenig später Papiere von 77 Milliarden Euro in die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) aus. Die Münchner Hypo Real Estate übertrug im Oktober 2010 Risikopapiere im Wert vom 173 Milliarden Euro an die FMS Wertmanagement.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Bad Banks“: Spanien will Banken von „faulen“ Krediten befreien"

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  • Diese Bad Banks sind eine üble Trickserei. Was soll das, wenn risikoreiche Papiere nicht mehr in der Bilanz erscheinen, aber im Ernstfall die Mutterbank gleichwohl in Mitleidenschaft ziehen. Mit dem ehrlichen Verhalten eines Kaufmannes hat das nichts mehr zu tun! Und sowas wird auch noch staatlich gefördert...
    Man kann nur hoffen, dass Spanien aus den Fehlern Deutschlands gelernt hat und nicht jede Bank retten will.
    In einer freien Marktwirtschaft muss es gestattet sein, dass auch eine Bank Pleite geht. Der Staat kann ja das Werthaltige aus der Konkursmasse übernehmen...

  • Und wer befreit mich von meiner Faulheit und Inkompetenz, ich könnte dann auch hoch fliegen als aktiv geistiger Hochflieger ?!
    Oder der.
    Und wer befreit mich von jeglicher Steuerlast und allen Verbindlichkeiten, ich könnte dann mit den Superreichen verkehren ?!
    (Scherzmodus aus)

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