Bärenstreit
Taiwan fürchtet Chinas Panda-Diplomatie

"Tuan Tuan" und "Yuan Yuan" heißen zwei Pandabären, die eine politische Krise zwischen China und Taiwan auslösten. Die Namen klingen hübsch, sorgten jedoch vor allem in Taipeh für Verärgerung. Denn "tuan yuan" bedeutet "Wiedervereinigung". Taiwans Präsident schlug das Geschenk jetzt aus. Doch Peking provoziert weiter.

HB TAIPEH/PEKING. Taiwans Präsident Chen Shui-bian hat sich dagegen ausgesprochen, zwei Pandabären als Geschenk von Peking anzunehmen. „Ich appelliere an die chinesische Regierung, die Pandas in ihrer natürlichen Umgebung zu belassen, da sie nicht glücklich werden können, wenn sie von Menschen aufgezogen und als Geschenk weggegeben werden“, schrieb der Präsident in einer am Freitag im Internet veröffentlichten Mitteilung.

Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao hatte den Taiwanesen die Pandas beim Besuch taiwanesischer Oppositionsführer im vergangenen Mai in Peking angeboten. Seither liefern sich beide Seiten ein Tauziehen um die Bären und beschuldigen sich gegenseitig einer Politisierung der Pandas, die „Tuan Tuan“ und „Yuan Yuan“, zusammen übersetzt „Wiedervereinigung“, getauft wurden.

Peking, das Taiwan als abtrünnige Provinz ansieht, zeigte sich unbeeindruckt von den Worten Chen Shui-bians. China sei darauf vorbereitet, die Pandas jederzeit nach Taiwan zu schicken, hieß es aus dem zuständigen Büro beim chinesischen Staatsrat. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Pandas nach Taiwan kommen“, sagte auch der Direktor des Zoos von Taipeh. Taiwans Landwirtschaftsrat soll in den nächsten Tagen über die Einfuhr entscheiden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Peking mit den Bären Politik macht. Auch der Berliner Zoo profitierte 1980 von der "Pandadiplomatie", als Kanzler Helmut Schmidt von Chinas Regierungschef ein Bärenpärchen erhielt. Dessen Namen waren allerdings unverfänglich: Tjen Tjen, die 1984 starb, hieß "Süße", und Bao Bao, bis heute ein Liebling der Zoobesucher, heißt "Schatz".

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