Bagdad
45 Tote nach Geiselnahme in Bagdad

Blutiges Ende einer Geiselnahme in einer Kirche: über Stunden hatten vier Al-Kaida-Terroristen zahlreiche Geiseln in ihrer Gewalt. Darunter Frauen, Kinder und Geistliche. Als die Polizei stürmte, starben die vier Geiselnehmer und mehrere ihrer Opfer.
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HB BAGDAD. Bei einer blutigen Geiselnahme in einer irakischen Kirche sind in der Nacht zum Montag 45 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei hatte vergeblich versucht, die Christen, die am Sonntagabend während eines Gottesdienstes von islamistischen Terroristen überfallen worden waren, zu befreien. Als die Polizisten die Sajjidat-al-Nadscha-Kirche stürmten, zündeten die Terroristen Sprengstoffgürtel. Die Agentur Sumeria News meldete, 70 Menschen hätten Verletzungen erlitten.

Die vier Männer hatten zuvor versucht, die Börse von Bagdad zu überfallen. Dabei setzten die Angreifer auch Blendgranaten ein. Sie wurden aber vom Sicherheitspersonal in einem kurzen Feuergefecht zurückgeschlagen. Dabei starben zwei Menschen. Auf ihrer Flucht zündeten die Terroristen mindestens zwei Sprengsätze vor der Kirche. Dabei wurden vier Menschen verletzt.

Aus dem Sajedat al-Nadschah-Gotteshaus der Syrisch-katholischen Kirche riefen die Männer bei irakischen Fernsehstationen an und gaben sich als Mitglieder des irakischen Ablegers der Al-Kaida aus. Über die Medien forderten sie von den Behörden die sofortige Freilassung von Al-Kaida-Angehörigen, die im Irak und in Ägypten inhaftiert sind. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei ließen sie am Abend 19 Nonnen frei, behielten aber noch zahlreiche Geiseln - unter ihnen Frauen, Kinder und Geistliche - in ihrer Gewalt.

Bei einem Selbstmordanschlag in Bakuba nördlich von Bagdad starben am Wochenende mindestens 30 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden weitere 67 Menschen verletzt. Der Anschlag am Freitagabend war der schwerste seit Wochen im Irak. Bakuba, die Hauptstadt der Provinz Dijala, war früher eine Hochburg der Al-Kaida.

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