Bagdad
Deutsche IT-Spezialisten im Irak entführt

Nach der Geiselnahme zweier deutscher Ingenieure, die letztlich glücklich endete, sind wieder Deutsche mit einer dienstlichen Mission im Irak gekidnappt worden: Mitarbeiter eines IT-Unternehmens sind aus dem irakischen Finanzministerium heraus verschleppt worden.

HB BAGDAD. Die Computer-Experten seien am Dienstag von bewaffneten Männern in Polizeiuniformen vor einem Gebäude des Finanzministeriums in Bagdad aus ihren Autos entführt worden, erklärte die irakische Polizei. Die Deutschen hätten Mitarbeiter des Ministeriums beraten. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, es prüfe die Angaben. Die deutsche Botschaft in Bagdad und alle relevanten Stellen seien eingeschaltet, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Über die Umstände der Entführung gibt es unterschiedliche Darstellungen. Während die Polizei erklärte, die Deutschen seien aus ihren Wagen gezerrt worden, berichtete eine Augenzeugin, die Experten seien aus einem Unterrichtsraum des Ministeriums entführt worden. „Wo sind die Ausländer? Wo sind die Ausländer?“, riefen die Kidnapper den Angaben der Frau zufolge.

Es ist der vierte Entführungsfall mit deutscher Beteiligung seit der US-Invasion im März 2003. Ende 2005 war die Archäologin Susanne Osthoff als erste Deutsche in dem Golfstaat verschleppt worden. Im Frühsommer 2006 kamen zwei Techniker aus Sachsen nach 99 Tagen aus der Gewalt ihrer Entführer frei. Derzeit sind eine mit einem Iraker verheiratete Deutsche und ihr Sohn in der Hand von Kidnappern, die den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordern.

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