Bagdad
Dutzende Menschen sterben bei Autobombenserie

Zum dritten Mal in diesem Jahr haben Terroristen in der Innenstadt von Bagdad Bagdad ein fürchterliches Blutbad angerichtet. Bei einer Serie von Bombenanschlägen sind in Bagdad Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei sprach am Dienstag von 80 Toten und 128 Verletzten. Augezeugen berichten von mehr als 100 Toten.
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HB BAGDAD. In Polizeikreisen war von fünf Anschlägen die Rede, die gegen Gerichtsgebäude, die Universität, das Geschäftsviertel sowie einen Vorort im Süden der irakischen Hauptstadt gerichtet gewesen seien.

Nach unbestätigten Berichten von Augenzeugen und lokalen Medien starben mehr als 100 Menschen, als kurz hintereinander an verschiedenen Orten in der irakischen Hauptstadt vier Bomben explodierten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Al-Yaqen wurden 182 Menschen verletzt.

Drei Sprengsätze detonierten in der Nähe des Innenministeriums, des Arbeitsministeriums, einem Kunstinstitut und eines Gerichtsgebäudes. Im Kinderkulturhaus von Bagdad, das neben dem Kunstinstitut liegt, wurden zahlreiche Kinder von Glassplittern getroffen. In dem südlichen Vorort Al-Dura riss ein Selbstmordattentäter mehrere Polizisten mit in den Tod.

Die Anschläge wurden wenige Tage vor der Auktion von Ölförderrechten verübt, zu der am Wochenende zahlreiche Spitzenmanager aus dem Ausland erwartet werden.

"Zivilisten und Sicherheitskräfte wurden getötet", teilte ein Sprecher der Behörden mit. Der erste Anschlag wurde den Angaben zufolge in einem südlichen Vorort Bagdads verübt. Dabei habe es drei Tote und fünf Verletzte gegeben. Eine halbe Stunde später sei das Stadtzentrum von mindestens drei aufeinanderfolgenden Explosionen erschüttert worden. Über zwei Anschlagsorten stand dichter Rauch.

Über der Innenstadt von Bagdad stiegen große, schwarze Rauchwolken auf. Im August waren durch eine Bombenserie im Regierungsviertel von Bagdad rund 100 Menschen ums Leben gekommen. Im Oktober starben 153 Iraker, als kurz hintereinander neben dem Justizministerium und dem Gebäude des Provinzrates Bomben explodierten.

Al-Yaqen berichtete, in der nördlichen Stadt Kirkuk seien zwei Angehörige einer Bürgerwehr vergiftet worden. Sie seien am Dienstag gestorben, nachdem sie eine Speise gegessen hätten, die ihnen von Fremden gebracht worden sei.

Der bislang letzte schwere Anschlag war am 25. Oktober verübt worden. Damals kamen bei der Explosion zweier in Lastwagen versteckten Bomben 155 Menschen ums Leben. Am Montag waren bei einer Bombenexplosion auf einem Schulhof im schiitischen Sadr-Viertel sieben Kinder getötet worden. Im Irak kommt es immer wieder zu vereinzelten Anschlägen. Insgesamt ist die Gewalt aber in den vergangenen anderthalb Jahren deutlich zurückgegangen.

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