Bagdad: Selbstmordattentäterin reißt Dutzende Pilger in den Tod

Bagdad
Selbstmordattentäterin reißt Dutzende Pilger in den Tod

In der irakischen Hauptstadt Bagdad häufen sich die Selbstmordanschläge, das jüngste Attentat kostete wieder zahlreiche Menschenleben.
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dda Mindestens 46 Tote bei Selbstmordanschlag in Bagdad Vierte Zusammenfassung (neu: mehr Tote und Verletzte; Bushra Juhi ist Korrespondent der AP) Utl: Attentäterin sprengte sich unter schiitischen Pilgern in die Luft Von Bushra Juhi =

HB BAGDAD. Eine Selbstmordattentäterin hat sich am Montag in Bagdad inmitten einer Gruppe schiitischer Pilger in die Luft gesprengt und mindestens 46 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 122 weitere wurden verletzt, wie irakische Behördensprecher mitteilten.

Der verheerende Anschlag galt Pilgern auf dem Weg in die heilige Stadt Kerbela. Dort feiern am Freitag hunderttausende Schiiten das Ende der 40-tägigen Trauerzeit nach dem Todestag Imam Husseins. Mit dem Tod dieses Enkels des Propheten Mohammed wurde im siebten Jahrhundert die Spaltung der schiitischen und sunnitischen Glaubensrichtung im Islam besiegelt.

Augenzeugen beschrieben chaotische Szenen im Anschluss an die Tat. Ein riesiger Feuerball sei inmitten der Pilger zu sehen gewesen, sagte der 35-jährige Rahim Chadhom. Viele Pilger seien blutverschmiert zu Boden gegangen und hätten um Hilfe gerufen. Passanten hätten Verletzten beigestanden und sie mit Privatwagen in Krankenhäuser gebracht, sagte Chadhom.

Nach Angaben eines Militärsprechers wurden die Sicherheitskräfte nach dem Anschlag in Alarmbereitschaft versetzt. Die Attentäterin hatte sich in einer Gruppe schiitischer Pilgerinnen in die Luft gesprengt, die an einem Kontrollpunkt warteten. Die Frau habe den Sprengsatz unter ihrem Gewand verborgen, hieß es.

Auf dem Weg nach Kerbela passieren zahlreiche Schiiten das Bagdader Viertel Schaab, in dem der Anschlag verübt wurde. Beobachter befürchten bis zum Höhepunkt der Pilgerfahrt am Freitag weitere Terrorakte.

Während einer Pilgerfahrt im Februar vergangenen Jahres verübte eine Selbstmordattentäterin einen Anschlag auf ein Zelt, in dem sich viele Frauen und Kinder aufhielten. 40 Menschen wurden getötet und 60 verletzt. Einen Monat zuvor hatte sich ein als Frau verkleideter Selbstmordattentäter vor einer Moschee im schiitischen Stadtviertel Kasimijah in die Luft gesprengt und mehr als drei Dutzend Menschen getötet.

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