Bahnlinie zwischen den Ozeanen Deutschland buhlt um Jahrhundertprojekt in Südamerika

Seit 2016 wird geplant und verhandelt, nun soll das Jahrhundertprojekt einer Strecke zwischen Atlantik und Pazifik in Peru endlich realisiert werden. Treiber ist Bolivien – das Land will Unabhängigkeit von Chiles Häfen.
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Geplant ist eine 3750 Kilometer lange Strecke vom brasilianischen Hafen in Santos über Bolivien bis zum peruanischen Ilo. Quelle: dpa
Bahnlinie für Südamerika

Geplant ist eine 3750 Kilometer lange Strecke vom brasilianischen Hafen in Santos über Bolivien bis zum peruanischen Ilo.

(Foto: dpa)

La PazDie deutsche Regierung intensiviert ihre Bemühungen um den Bau einer Bahnlinie in Südamerika, die vom Atlantik bis zum Pazifik führen soll. Wie der bolivianische Minister für öffentliche Arbeiten, Milton Claros, mitteilte, wird Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba am Mittwoch zu Gesprächen mit Regierungsvertretern aus Bolivien, Peru, Paraguay und Uruguay in La Paz zusammentreffen. Bolivien setzt auch auf Kapital aus der Schweiz bei dem Jahrhundertprojekt. Mittlerweile liegen vier Studien zu Trassen, Umweltfragen und den Kosten vor. Deutsche und Schweizer Unternehmen könnten das Projekt gemeinsam realisieren.

Geplant ist eine 3750 Kilometer lange Strecke vom brasilianischen Hafen in Santos über Bolivien bis zum peruanischen Ilo, um Güter schneller Richtung Europa und Asien zu bekommen. Die Kosten werden auf rund 14 Milliarden Dollar (13 Mrd Euro) geschätzt.

Das sind die aktuellen Superzüge
China: Fuxing
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Der neue Hochgeschwindigkeitszug Fuxing soll ab September 2017 auf der Strecke Peking - Shanghai eingesetzt werden. Chinas Superzug ist 350 km/h schnell und darf diese Geschwindigkeit jetzt auch wieder fahren, nachdem es über Jahre hinweg ein „Tempolimit“ von 300 km/h auf Chinas Gleisen gab.

China: Fuxing
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Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung war ein schwerer Unfall im Jahr 2011: Beim Zusammenstoß zweier Schnellzüge starben damals Dutzende Menschen.

Deutschland: ICE
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Ende 2017 soll die vierte Generation des ICE in den Regelbetrieb aufgenommen werden, mit besseren Klimaanlagen, größeren Fenster und Stellplätzen für Fahrräder. Kostenloses WLAN in der 2. Klasse wird es bis dahin schon geben – das verspricht jedenfalls die Bahn.

Italien: Alstom Pendolino
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In Italien konkurrieren zwei Anbieter von Schnellzügen um die Kunden. Neben der Staatsbahn Trenitalia gibt es seit 2012 auch die privaten Italo-Züge. Italo bedient mit seinen schnellen und modernen Zügen des französischen Konzerns Alstom weniger Strecken als Trenitalia, setzt aber vor allem auf Komfort und Service. So gibt es in der ersten Klasse Essen am Platz, dazu kommen WLAN und die Möglichkeit eines eigenen Unterhaltungsprogramms. (Foto: pr)

Italien: Frecciarossa 1000
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Trenitalia hat vor kurzem seinen neuen Frecciarossa 1000 präsentiert, der bis zu 400 Stundenkilometer schnell fährt. Die Freccia-Züge setzen eher auf gute Verbindungen, hohe Geschwindigkeit und wenige Haltepunkte. In den Schnellzügen beider Anbieter gilt generell eine Reservierungspflicht. (Foto: dpa)

Spanien: AVE
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In Spanien hebt das staatliche Eisenbahnunternehmen Renfe vor allem die Pünktlichkeit der mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 310 Stundenkilometern fahrenden Schnellzüge hervor. Ab Herbst sollen die Waggons zunächst auf der Strecke zwischen Madrid und Barcelona mit WLAN ausgestattet werden. Der Hochgeschwindigkeitszug AVE hat im Juli 1,84 Millionen Reisende transportiert und damit einen neuen Rekord aufgestellt.

Spanien: AVE auf Jungfernfahrt (1992)
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Mit einem Streckennetz von knapp 3150 Kilometern ist das AVE-System im europäischen Highspeed-Sektor führend. In den kommenden Jahren soll das Netz für rund zwölf Milliarden um weitere 1850 Kilometer erweitert werden. Geplant sind außerdem 30 neue Züge im Wert von 2,65 Milliarden Euro.

Boliviens Präsident Evo Morales macht sich seit langem dafür stark, auch um unabhängiger von chilenischen Häfen zu werden. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten sind gespannt. Bolivien hat Chile vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verklagt, um wieder einen eigenen Meerzugang zum Pazifik bekommen, den es im Salpeterkrieg (1879-84) an Chile verloren hatte.

Zudem wirft Bolivien Chile immer wieder vor, das Land halte Verpflichtungen eines Vertrages von 1904 nicht ein, der freien Transitverkehr für Güter von einigen chilenischen Häfen von und nach Bolivien vorsieht. Ob sich der „Tren Bioceánico“ verwirklichen lässt, ist noch fraglich.

2016 war bereits vorgeschlagen worden, dass Firmen aus Deutschland und der Schweiz gemeinsam ein Paket anbieten – Bau der Infrastruktur, Lieferung von Loks und Waggons sowie Wartung der Züge. Nach Vorbild des dualen Ausbildungssystems in Deutschland sollen zudem Fachkräfte für Instandhaltung und Betrieb der Strecke ausgebildet und eingesetzt werden. So sollen 6000 bis 8000 Arbeitsplätze entstehen.

Unabhängig davon gibt es bereits ein weiteres Milliardenprojekt für einen Zug zwischen den Ozeanen, ebenfalls von Brasilien nach Peru, über rund 4800 Kilometer – aber an Bolivien vorbei. Dieses wird von China forciert. Ob sich beide Konzepte zu einem zusammenführen zu lassen, ist noch unklar – hierzu müsste Morales eine Einigung vor allem mit Brasiliens Präsident Michel Temer finden. Und bisher gibt es kaum Trassen, die ausgebaut werden könnten. Boliviens Bahnnetz umfasst gerade 3500 Kilometer – weitgehend eingleisig, in Meterspur.

  • dpa
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  • Deutschland hat ein Verkehrsvorzeigeobjekt, den Flughafen in Berlin, und wird von daher den Auftrag bekommen.

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