Bahrain
Demonstranten stürmen Formel-1-Veranstaltung

Die Regierung in Bahrain versucht, das Land nach außen hin als stabil zu präsentieren. Demonstranten machten ihr allerdings einen Strich durch die Rechnung. Sie stürmten eine Ausstellung des Formel-1-Rahmenprogramms.
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ManamaMit Schockgranaten sind bahrainische Sicherheitskräfte am Mittwoch gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen, die eine Ausstellung im Rahmenprogramm des bevorstehenden Formel 1 Grand Prix' gestürmt hatten. Es kam zu Straßenkämpfen zwischen Protestierenden und Polizisten. Besucher der Ausstellung gingen in Deckung. Mit ihrem Protest durchkreuzten die Demonstranten die Pläne des Königshauses, ein Jahr nach der Absage des Rennens wegen der Unruhen im Land, wieder Normalität zu präsentieren.

Die Demonstration war der unmittelbarste Versuch der Regierungsgegner, ihren Protest mit dem für Sonntag geplanten Rennen in Verbindung zu setzen. Zuvor hatten regierungskritische Demonstranten bereits bei einem Besuch des bahrainischen Kronprinzen in einem schiitischen Viertel ihrem Ärger über die Rückkehr der Formel 1 in ihr Land Luft gemacht.

Die Aktivisten umringten Salman bin Hamad al Chalifa, als er eine Begräbnisfeier für ein Regierungsmitglied in einer der Hochburgen der Opposition verließ, und skandierten Sprechchöre gegen die Regierung. Der Kronprinz blieb unverletzt. Er gilt als einer der größten Befürworter des Grand Prix' am Sonntag. Mit der Durchführung der international beachteten Veranstaltung will die Regierung demonstrieren, dass sie nach 14 Monate anhaltender Proteste und Auseinandersetzungen weiter die Oberhand hat.

Fast 50 Personen wurden seit Februar 2011 bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften getötet. Mit ihren Protesten will die schiitische Mehrheit der Bevölkerung das Machtmonopol des sunnitischen Herrscherhauses brechen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bahrain: Demonstranten stürmen Formel-1-Veranstaltung"

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  • Na, wie lange dauert es denn hier bis zum islamischen Frühling? Freiheit für Alle, Helau.

  • Ich verweise auf meine bisherigen Kommentare. Die UN (Vereinigung der unfähigen Nationen) und der Westen messen mit zweierlei Mass.Dass der "Aussenminister" Deutschlands, der Dummkopf Westerwell all das nachplabbert was die Amis ihm vorgeben, das ist allerdings für Deutschland sehr blamabel. Auf Bahrain sind es Schiitten welche den Aufstand proben und es sind saudische Truppen da welche das "Königshaus" stützen weil dieses sunnitisch ist. In Syrien ist es genau umgekehrt.

  • Das Rennen gehört umgehend abgesagt als Zeichen, daß die F1 nur in Ländern mit freien Menschen fährt, und wenn Ecclestone wegen der vielen Millionen nicht zurückzieht, dann sollten die Teams und Fahrer als Zeichen nicht starten. Stellen wir uns vor: da steht der F1 Start am Sonntag an, und alle Fahrer steigen aus in der Startposition und lassen die Autos stehen! Das wäre bei all den Fernsehkameras eine sichtbare, weltweite Demonstration!

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