Bahrain und Saudi-Arabien
Obama schaltet sich in Konflikt ein

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WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat mit dem König von Bahrain, Hamad bin Issa al-Chalifa, telefoniert. In seinem Telefonat hat Obama zu „maximaler Zurückhaltung“ gegenüber den regierungskritischen Demonstranten aufgerufen. In Telefongesprächen, auch mit dem saudischen König Abdullah, forderte Obama dazu auf, nach einer politischen Lösung für die Unruhen in dem Golfstaat zu suchen.

Obama habe „seine tiefe Besorgnis über die Gewalt in Bahrain und die Notwendigkeit nach maximaler Zurückhaltung ausgedrückt“, sagte US-Regierungssprecher Jay Carney am Mittwoch in Washington.

Polizisten und Militäreinheiten waren kurz nach Tagesanbruch mit Tränengas auf den von Hunderten Demonstranten besetzten Perlenplatz vorgerückt. Es waren auch Schüsse zu hören, schwarzer Rauch
stieg auf. Hubschrauber kreisten über dem Geschehen. Demonstranten sagten der Nachrichtenagentur AP, zwei Zivilisten seien bei der Räumung getötet worden. Ein weiterer sei wenig später seinen Schusswunden erlegen, erklärte ein Kliniksprecher. Das Staatsfernsehen berichtete zudem, zwei Polizisten seien ums Leben gekommen, nachdem sie von einem Fahrzeug angefahren worden seien. Ein weiterer Polizist sei bereits am Dienstag ums Leben gekommen, meldete das Innenministerium, ohne Details zu nennen.
Das Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen von der Räumungsaktion, auf denen Militärfahrzeugen zu sehen waren, an denen die rot-weiße Fahne Bahrains wehte. Auf dem Video war auch der von Trümmern bedeckte
Boden des Platzes zu sehen, auf dem unter anderem Satellitenschüsseln und verkohlte Zeltstangen lagen.

Das Herrscherhaus von Bahrain ist - wie die Herrscherfamilie von Saudi-Arabien - sunnitisch. Die Mehrheit der Bevölkerung Bahrains bekennt sich zum schiitischen Islam.

Wegen der Unruhen in Bahrain rät das Auswärtige Amt allen Bundesbürgern zur Ausreise aus dem Golfstaat. „Wir empfehlen deutschen Staatsangehörigen, Bahrain zu verlassen“, sagte Außenamtssprecher Andreas Peschke am Mittwoch in Berlin. Die deutsche Botschaft vor Ort helfe dabei - nicht nur Deutschen, sondern auch EU-Bürgern, deren Heimatländer in Bahrain nicht konsularisch vertreten seien.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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