Balkan
Serbien wettert gegen unabhängigen Kosovo

Vor dem Internationalen Gerichtshof hat Serbien die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo als illegal bezeichnet. Auf diesem Weg versucht die Balkan-Republik die internationale Anerkennung der ehemaligen Provinz zu verhindern – doch schon jetzt haben sich zahlreiche Staaten auf die Seite der Kosovaren geschlagen.
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Serbien hat die Unabhängigkeitserklärung seiner ehemaligen Provinz Kosovo vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) als „schwere Herausforderung der internationalen Rechtsordnung“ angefochten. Trotz der staatlichen Anerkennung des Kosovos durch die USA und die meisten EU-Staaten stelle sie einen Verstoß gegen Serbiens Souveränität dar, erklärte dessen Botschafter Dusan Batakovic am Dienstag vor der höchsten Rechtsinstanz der Vereinten Nationen in Den Haag. Das Kosovo sei die „Wiege der serbischen Geschichte“ und müsse integraler Bestandteil seines Territoriums bleiben.

Der IGH soll nach Anhörungen von Gegnern und Befürwortern der im Februar 2008 durch das kosovarische Parlament ausgerufenen Unabhängigkeit erklären, ob dieser Schritt völkerrechtlich vertretbar ist oder nicht. Serbien hatte für die Einschaltung des Gerichtshofes im Oktober 2008 bei der UN-Vollversammlung in New York eine klare Mehrheit bekommen. Belgrad wird unter anderem von Russland, China sowie Spanien und vier weiteren EU-Mitgliedsländern unterstützt. Zu den 63 Staaten, die das Kosovo bislang anerkannt haben, gehören neben den USA auch 22 EU-Mitglieder, darunter Deutschland.

Vertreter des Kosovos hatten geltend gemacht, dass ein Verbleib im serbischen Staat angesichts von Gräueltaten gegen die mehrheitlich albanisch-kosovarische Bevölkerung während der Balkankriege unmöglich geworden sei. Die Anhörung eines Repräsentanten der Regierung in Pristina stand am Nachmittag auf der Tagesordnung des Gerichtshofes. Die Anhörungen dauern bis zum 11. Dezember.

Das Gutachten des 1946 von den UN geschaffenen IGH ist zwar rechtlich nicht bindend. Jedoch machen viele der noch abwartenden Staaten ihre Entscheidung über eine Anerkennung des Kosovos davon abhängig. Die Haltung Deutschlands, das das Kosovo bereits drei Tage nach Ausrufung der Souveränität anerkannt hatte, wird an diesem Mittwoch durch die Völkerrechtsberaterin des Auswärtigen Amtes, Susanne Wasum-Rainer, dargelegt. Zu den Anhörungen haben sich 30 Staaten sowie die Vertreter des Kosovos angesagt.

Kommentare zu " Balkan: Serbien wettert gegen unabhängigen Kosovo"

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  • Achsooo ist das. Danke für die Aufklärung ;)
    Du willst mir also erklären, das durch die balkankriege, ALLE Grenzen verschoben wurden aber die serbische natürlich nicht. :D Wird immer lustiger hier.
    Und VJO, geht die zahl der serbischen musshandelten auch in die 1000 ??? Wohl kaum. ist doch klar das Albaner sich auch gewährt haben. Euch wärs ja recht gewesen wenn wir uns alles gefallen lassen hätten.

  • @ Shqipe

    Die begründung warum Angela Merkel das Kosovo anerkannt hat war,dass die bevölkerung überwiegend
    Albaner sind. in Wirklichkeit geht es um die dort lagernden bodenschätze Gold,Silber, Kupfer und 18
    Milliarden Tonnen braunkohle etc. Unter Serbien
    wäre ein Abbau nicht möglich gewesen. Die balkanstaaten haben durch Kriege um die Jahrtausendwende viele Grenzen verschoben. Aber das
    Kosovo ist Serbisch und Albanien wäre eigentlich
    Teil von Gross bulgarien. Die Vertreibung der Serben
    ist grosses Unrecht und das Deutsche Politiker da mitmachten ist eine Schande. Das Deutsche Volk hat
    damit nichts zu tun wir werden dazu nicht gefragt.
    Was berlin betrifft interessiert es Türken wenig wen
    was gehört. Stellen sie die Mehrheit nehmen sie es in besitz.

  • Ach und nochwas was ist denn mit denn Serben die misshandelt und vertrieben wurden und das ist immer noch der fall aber das ist wahrscheinlich nur Propaganda werd ich jetzt hören!!!

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