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17.07.2008  | Aktualisiert 17.07.2008, 11:05 Uhr 
Standorte der Zukunft: Südkorea

„Ballerina, die mit dem Elefanten tanzt“

von Finn Mayer-Kuckuk

Korea ist kreativ geworden. Experten vergleichen das Land mit dem Japan von 1970, als Nippon von Imitation auf Innovation umschaltete. Wenn sich China dynamisch weiterentwickelt, kann Seoul davon nur profitieren. Für Investoren bietet das gute Aussichten.

Präsident Lee - runter mit Unternehmenssteuern und Arbeitskosten.  Foto: dpaLupe

Präsident Lee - runter mit Unternehmenssteuern und Arbeitskosten. Foto: dpa

SEOUL. "Ich bin der CEO der Korea AG" - mit solchen Sprüchen hatte Staatspräsident Lee Myung-Bak im Wahlkampf Erfolg. Deshalb wiederholt er sie auch gern, wie jüngst in New York vor 900 Unternehmern im Plaza-Hotel: "Ich will Korea zum offensten und wirtschaftsfreundlichsten Land der Welt machen." Unternehmensteuern? Arbeitskosten? Sinken weiter! Und damit nicht genug: Freihandelsverträge mit den USA, der EU, Japan und China sollen die Halbinsel zur wichtigsten Schaltstelle zwischen den größten Wirtschaftsräumen machen.

Zahlen und Daten zu Südkorea

"Korea ist längst kein Entwicklungsland mehr, doch soeben beginnt eine völlig neue Phase", sagt James Rooney, Chef der Unternehmensberatung Market Force in Seoul. Besonders deutschen Unternehmen biete das Land viel: technisch versierte Arbeitskräfte, einen dankbaren Markt, gute internationale Vernetzung. Berater Rooney vergleicht Korea heute mit Japan ab 1970. Damals schaltete Nippon von Imitation auf Innovation um. Statt Billigprodukte lieferten die Japaner Weltklassequalität. Die folgenden 20 Jahre ließen Tokio glitzern und boomen.

Mehr noch als in Japan konzentriert sich in Korea alles Wichtige auf die Hauptstadt. Von 50 Millionen Koreanern leben 20 Millionen im Großraum der Metropole. Die Innenstadt ist so sauber und luxuriös wie Tokio, strahlt aber Dynamik und Energie aus wie Schanghai. "Hier finden sich zudem die beste Infrastruktur, das höchste Ausbildungsniveau, die meisten kulturellen Ereignisse des Landes. Wie früher einmal in Europa alles nach Paris strebte, strebt heute hier alles nach Seoul", sagt Carsten Lienemann von der Deutsch-Koreanischen Handelskammer. Der ideale Standort für Firmenhauptquartiere oder Vertriebsbüros.

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