Bandenkriminalität in Marseille

Prinzip Kalaschnikow

Marseille ist für seinen Hafen berühmt. Gerade ist die Metropole sogar Kulturhauptstadt. Doch hinter der Fassade steckt ein düsteres Bild: Marseille steht nach wie vor für Bandenterror und Mordanschläge.
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Ein oder zwei Unbekannte auf einem Roller, Schüsse auf offener Straße, zurück bleibt ein Toter. Das gehört zum Alltag in Marseille. Quelle: Reuters

Ein oder zwei Unbekannte auf einem Roller, Schüsse auf offener Straße, zurück bleibt ein Toter. Das gehört zum Alltag in Marseille.

(Foto: Reuters)

Paris/MarseilleEs ist das „Prinzip Kalaschnikow“. Meist wird das russische Sturmgewehr zwar nicht verwendet. Doch Franzosen wissen sofort, was gemeint ist, wenn vom „Prinzip Kalaschnikow“ die Rede ist: Ein oder zwei Unbekannte auf einem Roller, Schüsse auf offener Straße, zurück bleibt ein Toter. Auch über den Ort des Verbrechens gibt es kaum Zweifel: Irgendwo in Marseille.

Erneut erschüttert eine Serie von Gewaltverbrechen die südfranzösische Hafenmetropole, die in diesem Jahr als europäische Kulturhauptstadt an ihrem Image bastelt. Allein 2013 haben organisierte Kriminalität, Drogenringe und Bandenkriege mit 13 solcher Morde die brutale Seite der Stadt an die Oberfläche gezerrt. Zuletzt starben innerhalb von zehn Tagen drei junge Männer. Das jüngste Opfer: ein 25-Jähriger, von Kugeln durchsiebt, der Mann war einschlägig polizeibekannt.

Die französische Regierung setzte diesmal demonstrativ Zeichen: Premierminister Jean-Marc Ayrault reiste nach dem jüngsten Anschlag in dieser Woche gleich mit fünf Ministern an. Er überließ damit nicht allein dem umtriebigen Innenminister Manuel Valls das Feld. Die Probleme in Marseille sollen nicht allein auf die Frage der Sicherheit reduziert werden. Die Riege der mitgereisten Minister zeigte die Felder auf: Justiz, Soziales, Wohnungsbau, Kampf gegen Ausgrenzung. Die aus Marseille stammende Ministerin Marie-Arlette Carlotti verwies im Sender iTele auf die schwierige Aufgabe: „Dafür braucht man einen langen Atem, es geht gegen ein mafiöses System, das die Stadt plagt.“

Erste sichtbare Wirkung: Patrouillen von Sicherheitskräften am Hafen und in der Umgebung sollen die Gegend sicherer machen. Aktuell wird die Stadt von rund 240 Videokameras überwacht. Ihre Zahl soll deutlich steigen - bis September sind 100 zusätzliche Kameras geplant. Im kommenden Jahr sollen es dann etwa 1000 sein.

Fast 30 Prozent der Menschen in Marseille leben nach Angaben des aus der Hafenmetropole stammenden sozialistischen Abgeordneten Patrick Mennucci unterhalb der Armutsgrenze, die laut Statistikbehörde Insee bei 954 Euro pro Monat festgesetzt ist. Auf nationaler Ebene sind es dagegen rund 13 Prozent.

Ein Nährboden für Gewalt, für den Soziologen Laurent Mucchielli ein „offensichtlicher Faktor zur Verstärkung der Kriminalität“. Ebenfalls dem Sender BMFTV sagte Christophe Crépon, seit drei Jahrzehnten Polizist in der Hafenstadt: „Diese jungen Menschen sind gesetzlos. Sie haben keine Richtschnur, keinen Respekt, keine Regeln.“ Aus nichtigen Gründen werde getötet.

In Frankreichs zweitgrößte Stadt leben gut 850 000 Einwohner, nun sind etwa 3500 Polizeikräfte in der Region aktiv. Premier Ayrault sicherte in dieser Woche noch mal 24 Sonderermittler und eine Einheit der nationalen Bereitschaftspolizei CRS zu.

  • dpa
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15 Kommentare zu "Bandenkriminalität in Marseille: Prinzip Kalaschnikow"

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  • Alles bekant und trotzdem weigern sich die Politiker und die Polizei hier etwas zu ändern. Folgerung: Beide Gruppen verdienen massenhaft an den Zuständen, ungestraft!!!

  • Willkommen in 1933, das ist in diesem Fall eine legitime Notwehrmassnahme des Wahlbeobachters, lieber Ruppie, auch wenn ich offtopic Kommentare sonst auch hasse

  • Man fragt sich, was diese Stadt qualifiziert, und welche subversiven Kräfte in den auswählenden Gremien sitzen, sich Kulturhauptstadt schimpfen zu dürfen. Auch wenn der Begriff Kulturhauptstadt mittlerweile wirklich zum Schimpfwort verkommen ist, nachdem man bereits 2010 die Ruhrpottmüllkippen zur Kulturhauptstadt erkoren hatte. Ist das das wohin man die europäische Kultur hinhaben möchte? Dann schäme ich mich, ein Europäer zu sein.

  • In dem oben erwähnten Artikel zu Afd sowie in anderen Artikeln die unkorrekte Kommentare erwarten lassen, z.B. zu Kriminaltät mit Migrationshintergrund erlaubt das Handelsblatt keine Kommentare.
    Auch in diesem Artikel zu Kriminalität in Marseille bleibt der Migrationshintergrund der Bevölkerung (im weitesten Sinne 90%, mehr als 25% Muslime) politisch korrekt unerwähnt.

  • Marseille ist nicht der Anfang fuer den modernen Niedergang einiger Staedte durch die EU Diktatur. Marseille ist seit Jahrzehnten ein gefaehrliches Pflaster durch unkontrollierte Einwanderung der Creme de la Creme der Krimnellen aus Afrika, und Suedeuropa. Als ich in den 70ern mit meinem Vater Marseille durchfuhr und wir auf der Suche nach einer Bleibe waren, haben wir echt Angst gehabt vor all diesen Typen, die einen abends auf den Strassen feinselig beobachtet hatten. Das geht mir nicht aus dem Gedaechtnis obwohl fast 40 Jahre her.

  • Stimmt. In Deutschland haben wir ja auch unsere Erfahrungen mit amtsbekannten Großfamilien (vulgo Clans): in Berlin, Bremen ... entweder verdient die Judikative und die Exekutive mit (was ich eher nicht glaube, bzw. hoffe), oder die Amtsträger haben einfach Angst. Oder die Kriminellen werden von der Politik gedeckt, weil eine Strafverfolgung nicht erwünscht ist (merke: Staatsanwälte sind weisungsgebunden).

  • Hier geht es doch garnicht um Bernd Lucke und die Veranstaltung der AfD bei Bremen!!! Lesen und erst dann kommentieren!!

  • Marseille ist nur der Anfang. Europa wie wir es kennen ist im Wandel und hat den Weg des eigenen Niedergangs eingeschlagen.

    Ein Augenöffner hierzu ist das Interview mit Mark Steyn (auf YouTube unter "The End of the World as We Know It"). Steyns erschreckende Beispiele zeigen deutlich, nach dem Ende des zweiten Weltkriegs war es noch nie so wichtig Partei zu ergreifen.

  • Bei 954 Euro würden in D ca. 40 % unterhalb der Armnutzgrenze hausen. Weiter 30 % dürfen sich mit ein Mehr von 300 - 400 € trösten.
    Die Kriminalität hat es in M. schon immer geben geben. Schon in den 80 Jahren war das arabische Quartier auf den Hügeln sehr ausgeprägt. Was jetzt da weiter/wieder passiert ist doch nur eine Fortsetzung der Fench Connection bloß jetzt mit einem deftigen serbischen Geruch.

  • AfD Wahlkampf:

    Bernd Lucke bei Wahlkampfveranstaltung angegriffen
    24.08.2013, 20:25 Uhr

    "Drei Festnahmen, 15 Verletzte: Acht Vermummte stürmen in Bremen die Wahlkampfbühne der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland. Parteichef Lucke bleibt unverletzt – ist aber „schockiert und empört“."

    So lautet die Schlagzeile des Handelsblattes OHNE Kommentarmöglichkeit!

    Vermummte?!

    Linksextremisten!!!

    Handelsblatt, das ist ein Armutszeugnis, welches davon zeugt, dass diese Wahl nicht ordnugsgemäß durchgefürt werden wird!!!

    Das ist ein Skandal!!!

    Ich fordere UN-Beobachter ein, damit diese Wahl endlich ungestört ablaufen kann!!!

    Unerhört und bigott ist das!!!

    Ähnliche Vorfälle wurden schon in den letzten Wochen in anderen Städten gemeldet!!!

    Unfassbar ist das!!!

    Das soll Demokratie sein?!!!

    Nie, niemals!!!

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