Banken-Beteiligung
Paris prescht mit neuem Griechenland-Plan vor

Anfang Juli soll ein Hilfsplan Griechenland stehen. Auch die Banken sollen sich beteiligen. Die zieren sich - noch. Ein Vorschlag aus Frankreich könnte sie aber überzeugen.
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ParisSeit Mittwoch laufen die Verhandlungen hinter den Kulissen darüber, wie die Banken-Beteiligung an einem neuen Hilfsplan für Griechenland aussehen sollen. Den Plänen zufolge sollen die Banken rund 30 Milliarden Euro übernehmen nach dem "Rollover"-Prinzip - sprich: läuft bei einer Bank eine Griechenland-Anleihe über 1 Milliarde aus, zeichnet die betreffende Bank eine neue Anleihe mit gleicher Laufzeit ebenfalls über eine Milliarde Euro Volumen. 

Die Online-Ausgabe von "Le Figaro" berichtet, Frankreichs Finanzministerium habe zusammen mit den Banken unter Führung der BNP Paribas einen Alternativ-Plan ausgeheckt. Demnach reinvestieren die Banken nur 70 Prozent der Summe bei einer fällig werdenden Anleihe. 50 Prozentpunkte werden in neue Griechen-Bonds investiert, aber mit einer Laufzeit von 30 Jahren. Das wäre sehr vorteilhaft für die Griechen, weil sie für diesen Teil der Schulden viel Zeit für die Tilgung bekämen.

Auch Reuters zitiert eine französische Banken-Quelle, die die Existenz eines solchen abgestimmten Vorschlags zwischen den Banken und dem Finanzministerium bestätigt.  

Die ausstehenden 20 Prozentpunkte der fällig werdenden Summe sollen die Banken dann in eine Art "Zero-Coupon"-Fonds stecken; den Plänen zufolge ist das ein Fonds, der mit Abschlag auf den Nominalwert an die Banken ausgegeben werden und der auf ein Portfolio hochwertiger Anleihen basiert. Der Gewinn der Banken besteht hierbei zwischen den niedrigen Ausgabepreis und dem Nominalwert, der am Ende der Laufzeit bezahlt wird. 

Den Plänen zufolge sollen die Zinsen sich für die neue Griechen-Anleihe auf ähnlichem Niveau bewegen wie die Zinsen für Kredite aus dem Euro-Rettungsfonds. Die Banken würden zwar nur die Hälfte der fällig werdenden Griechen-Kredite in neue Griechen-Anleihen investieren; doch diese Lösung sei attraktiver als ein klassischer Roll-Over und könnte daher mehr Banken dazu bewegen, hierbei mitzumachen, heißt es. 

Auch in Deutschland laufen derzeit Verhandlungen über ein freiwillige Beteiligung von Banken und Versicherern an einem weiteren Rettungspaket für Griechenland. Aus der Branche wurden Forderungen nach wirtschaftlichen Anreizen wie staatlichen Garantien laut. Dies lehnt Finanzminister Wolfgang Schäuble allerdings ab. Seinen Worten zufolge sollen bei der Sitzung der Eurogruppe am 3. Juli genaue Zahlen vorliegen, wie hoch der Beitrag der privaten Gläubiger europaweit ausfällt. Als kritischer Punkt gilt auch die Haltung der Ratingagenturen.

Denn das ist das große Problem bei der Beteiligung der Banken an den neuen Finanzhilfen für die Griechen: Sollte die Beteiligung nicht wirklich freiwillig erfolgen oder diese den Banken einen finanziellen Nachteil einbringen, so würde die Bank-Beteiligung von den Rating-Agenturen als ein so genanntes "Credit Event" gewertet; das drohte dann eine Abwärtsspirale in Gang zu setzen, die kaum mehr zu stoppen sein dürfte.

Deutsche Geldhäuser gehören mit den französischen Instituten zu den größten Geldgebern des Euro-Landes. Mit weniger als 20 Milliarden Euro ist das Gesamtengagement deutscher Banken und Versicherer aber überschaubar.

Kommentare zu " Banken-Beteiligung: Paris prescht mit neuem Griechenland-Plan vor"

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  • Wäre der Giftzwerg Sarkozy nicht schon jetzt so klein wie ein Hobbit, dann müsste man ihm für diesen dämlichen Vorschlag den Kopf abschlagen!

    Französische Banken sollen ZAHLEN und nicht bekommen!!

  • @ anderton - danke! Hat geklappt

  • Eine inoffizielle Arbeitsübersetzung bekommt man z.B. hier...

    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/110520_eu_vertragsentwurf_einrichtung_esm.pdf

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