Banken
Frankreichs Regierung will Rettungsfonds privatisieren

In Frankreich wird darüber diskutiert, die Refinanzierungsgesellschat SFEF zu privatisieren. Eine Umwandlung würde die staatliche Schuldenlast senken. Auch hat sich die Lage am Kapitalmarkt für Refinanzierungen wieder etwas entspannt. Für die Alteigentümer hätte eine Privatisierung unangenehme Folgen.

PARIS. In Frankreich gibt es Überlegungen, die Refinanzierungsgesellschaft SFEF (Société de financement de l´economie francaise) zu privatisieren, heißt es in Pariser Finanzkreisen. Die SFEF wurde von der Regierung im Zuge der Finanzkrise ins Leben gerufen, um den Banken Zugang zu Finanzierungsmitteln mittels Staatsgarantien zu bieten.

Nach der Lehman-Pleite hatten Banken massive Refinanzierungsprobleme. Bisher hat die SFEF rund 60 Mrd. Euro Kredite an Banken vergeben. Das Geld besorgt sich die SFEF vom Kapitalmarkt und profitiert dabei von einer staatlichen Ausfallgarantie. Die Banken hinterlegen für die Kredite Sicherheiten.

Derzeit gehört das Vehikel zu 66 Prozent den Banken und zu 34 Prozent dem Staat, der damit eine Sperrminorität besitzt. Doch der Staatsanteil hat für die Regierung eine unangenehme Folge: Denn die Experten des EU-Statistik-Amtes Eurostat rechnen die von der SFEF aufgenommenen Gelder dem staatlichen Defizit zu. Damit droht Frankreichs Schuldenberg in diesem Jahr auf 80 Prozent des BIP anzuschwellen - weit oberhalb der Grenze von 60 Prozent, wie sie der Stabilitätspakt vorsieht.

Indem die SFEF in ein privates Kreditinstitut verwandelt würde, entfiele dieses Problem, heißt es in Paris. Wie bei anderen Banken-Stützungsplänen auch, würden die Garantien nur dann zu den Schulden gezählt werden, wenn der Staat tatsächlich einspringen muss. Wie es in den Finanzkreisen weiter heißt, ist aber noch keine Entscheidung gefallen.

Ein weiteres Argument für die Umwandlung liegt darin, dass Frankreichs Banken mittlerweile am Kapitalmarkt wieder Refinanzierungen bekommen, auch wenn diese noch etwas teurer sind als die Mittel der SFEF. Ende Mai begab der Crédit Agricole eine 10jährige Anleihe zu 5,875 Prozent mit einem Volumen von einer Milliarde Euro.

Die Umwandlung der SFEF in ein Kreditinstitut hätte aber für die Eigentümer-Banken teure Folgen. In dem Fall müssten sie einige hundert Millionen Euro Eigenkapital nachschießen. Derzeit hat die SFEF nur 50 Mio. Euro Eigenkapital, da sie als halb-staatliches Vehikel nicht der Bankenaufsicht unterliegt. Als normales Kreditinstitut würde die Aufsicht höhere Eigenmittel von der SFEF einfordern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%