Bankenkrise
Deutsche Politiker drängen auf Rekapitalisierung

Die Überlegungen zur Rekapitalisierung gefährdeter Banken werden immer konkreter. Die CSU und FDP-Chef Rösler unterstützen Merkels Kurs, für KfW-Chef Schröder ist die jetzige Krise gar schlimmer als die Lehman-Pleite.
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BerlinDeutsche Politiker drängen immer stärker auf eine Rekapitalisierung aller Banken in der Euro-Zone. „Um die Unsicherheit zu beenden, brauchen wir ein klares Signal, dass alle Banken künftig die gleiche Kapitalstärke haben“, sagte der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Michael Meister der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag. „Nötig ist eine Regelung für die ganze Euro-Zone, damit diese im Gleichschritt marschiert.“

Auch der stellvertretende SPD-Fraktionschef Joachim Poß betonte, Vorgaben zur Aufstockung des Eigenkapitals müssten für alle Banken in der Euro-Zone gelten. „Es ist höchste Eisenbahn, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in der zentralen Frage der Banken-Rekapitalisierung einigen“, sagte Poß zu Reuters. Merkel und Sarkozy wollen über diese Frage am Sonntagabend bei einem Treffen in Berlin beraten.

Auslöser der Diskussion ist eine wachsende Verunsicherung unter den Banken, welches Institut von Abschreibungen auf Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder am stärksten getroffen wird. Der Chef der staatlichen KfW-Bankengruppe, Ulrich Schröder, warnte im „Focus“-Interview davor, dass in der mittel- und langfristigen Finanzierung die Krise mittlerweile „dramatischer“ sei als nach der Pleite der US-Investment-Bank Lehman im Jahr 2008.

Die Risikomanagement-Systeme seien allerdings besser als damals. In der Finanzkrise war der Interbanken-Handel wegen des wachsenden Misstrauens in die Zahlungsfähigkeit der Geschäftspartner fast zum Erliegen gekommen. Das erste Opfer der jetzigen Probleme ist die französisch-belgische Bank Dexia , über deren Zerschlagung am Sonntag entschieden werden sollte.

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  • So wird das nix. Hab gestern schon mal den richtigen Link veröffentlicht:
    http://steuerembargo.co.de/

  • Sicherlich unterschätzen die Politiker die Fähigkeiten un-
    serer Konkursabwickler, wobei die Abwicklungen von Bankin-
    stituten sicherlich nicht zu den leichteren Übungen ge-
    hören dürften, aber immer noch, mit etwas gegenseitigen
    Entgegenkommen, im Bereich des Möglichen liegen sollten.
    Das Gleiche gilt für Griechenland, auch wenn sich die
    Kanzlerin, mit den seltsamsten Argumenten, mit Händen
    und Füßen gegen eine Insolvenzabwicklung sträubt.
    Auf jeden Fall wären diese Insolvenzabwicklungen eine
    echte berufliche Herausforderung mit einer Profilierung
    für die weiteren anstehenden Konkursfälle in der EU
    für jedes ehrgeizige Insolvenzabwicklungs-Team.

  • Viele aus dem Volk haben mittlerweile begriffen, was in der Welt des Geldes so vor sich geht und wer am Ende immer der Dumme ist. Der Steuerzahler. Die Leute, die das Sagen haben, lügen weiter und in keiner der Entscheidungen ist ein Funke Venunft zu sehen. Schulden mit noch mehr Schulden bekämpfen, Steuergelder den Banken schenken. Jetzt haben die Eliten Angst, dass das Volk auf die Strasse geht. Das muss verhindert werden, so IM Erika. Sie schon einmal erlebt, dass das Volk sehr viel ausichten kann, wenn es sich nicht mehr verdummen lässt und auf die Strasse geht. Noch ist das möglich. Wie lange noch? Glaubt den wirklich jemand, die Pläne zur Online-Durchsuchung oder die Forderungen nach Einsatz der Armee im Inneren hätten keinen Hintergrund. So soll die Macht einer künftigen EU-Diktatur gefestigt werden. Über den Rechtsweg kann der Bürger schon jetzt nichts mehr erreichen. Alle Klagen gegen Vertrags- und Verfassungsbrüche wurden abgewiesen bzw führten nicht zum Erfolg - obwohl die Rechtsbrüche offensichtlich sind. Schäuble wird die Hebelwirkung einsetzen und das Vermögen des Volkes für Generationen vernichten. Wenn man sich den Entwurf des ESM-Vertrags anschaut, dann sieht mann, was unsere Politiker mit dem Volk vorhaben. Das Volk muss sich bewegen und auf die Strassen. Am 15.10 finden in zahleicen Städten Protestaktionen statt. Ich bin dabei.

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