Bankenkrise: Osteuropa-Krise trifft Österreich hart

Bankenkrise
Osteuropa-Krise trifft Österreich hart

Werden die osteuropäischen Staaten für Österreich zum Verhängnis? Investoren sind alarmiert, weil die Alpenrepublik in Ländern wie Rumänien und der Slowakei stark vertreten ist, denen eine schwere Rezession droht. Auch die EU zeigt sich besorgt - doch einen übergreifenden Rettungsplan lehnt sie ab.

WIEN/BRÜSSEL. Österreichs starkes Engagement in Osteuropa rückt die Alpenrepublik bei Investoren in schlechtes Licht. Österreichische Banken haben in der Region mehr als 200 Mrd. Euro Kredite ausgegeben - eine Summe, die etwa 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes entspricht. Keine andere Nation ist in Relation zur eigenen Wirtschaftsleistung so stark im Osten vertreten. Weil sich aber Osteuropa immer stärker zu einer Krisenregion entwickelt, ist die Sorge groß, dass Österreich auf faulen Krediten sitzenbleibt.

Kamen Länder wie Rumänien oder die Slowakei 2008 noch auf ein Wirtschaftswachstum von mehr als sieben Prozent, rutschen die meisten Staaten dieses Jahr in eine Rezession ab. Die damit verbundenen höheren Kreditausfallraten bedrohen die in der Region vertretenen westlichen Banken. Neben Geldhäusern aus Österreich sind Institute aus Schweden, Italien, Belgien und Frankreich stark im Ostgeschäft engagiert. Banken aus Deutschland spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Der österreichische Staat muss die Osteuropa-Präsenz seiner Banken inzwischen teuer bezahlen. Während das Land in der Vergangenheit für seine Schulden nur unwesentlich mehr Zinsen als Deutschland zahlen musste, treten jetzt immer größere Unterschiede zwischen beiden Staaten zutage. Im Vergleich zur deutschen Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit zahlt Österreich heute einen Aufschlag von gut 1,3 Prozentpunkten. Bei den Versicherungen gegen den Ausfall dieser Anleihen (Credit Default Swaps/CDS) sind die Unterschiede noch größer geworden. Das Ausfallrisiko wird in Österreich inzwischen sogar höher eingeschätzt als in Italien - einem Schuldnerland, das in der Vergangenheit stets deutlich schlechter eingestuft wurde als die Alpenrepublik.

Extrem pessimistisch eingestellte Anleger meinen, Österreich könnte wegen der exponierten Stellung seiner Banken selbst in große Zahlungsschwierigkeiten kommen. Unter Experten wird das jedoch als sehr unwahrscheinlich angesehen: "Die EU hat ganz klar gemacht, dass sie für jedes Land einstehen wird", sagt Gunter Deuber, Osteuropa-Experte der Deutschen Bank in Frankfurt. Das gelte für alle Mitgliedsländer und auch für die potenziellen Beitrittskandidaten wie die Länder Ex-Jugoslawiens. Lediglich für die Nachfolgestaaten der Sowjetunion gebe es keine Garantie der EU. Deuber ist deshalb der Meinung, dass das Risiko für westliche Banken wie die österreichischen begrenzt ist. Auf sie werde zwar eine zusätzliche Belastung zukommen, sie sei jedoch beherrschbar - auch mit Unterstützung der Wiener Regierung.

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