Bankenland Frankreich
Kein Paradies für Privatkunden

Frankreich hat gleich drei Banken von internationaler Statur. Auch die Krise haben französische Kreditinstitute - im Gegensatz zu deutschen - fast unbeschadet überstanden. Privatkunden zahlen allerdings mehr Gebühren.
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Frankreich hat mit BNP Paribas, Crédit Agricole und Société Générale (SocGen) gleich drei Banken von internationaler Statur, die Bundesrepublik mit der Deutschen Bank nur eine. Im vergangenen Herbst sah es allerdings so aus, als ob die französische Stärke zu einem echten Problem würde: Die drei Großbanken gerieten wegen ihres starken Engagements in den südeuropäischen Schuldenstaaten an den Finanzmärkten extrem unter Druck, hinter den Kulissen bereitete die Regierung in Paris bereits Pläne für ihre Rettung vor.

Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. BNP und SocGen übererfüllen bereits die verschärften Eigenkapitalanforderungen für Kreditinstitute, die diese krisenfester machen sollen. Das damit verbundene Abspecken der Bilanzen führte entgegen vielen Befürchtungen nicht zu einer Kreditklemme.

In der Finanzkrise nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers hatten sich die französischen Banken eindeutig besser geschlagen als die deutschen. Frankreich hatte keinen Fall IKB, HRE oder WestLB. Der europäischen Statistikbehörde Eurostat zufolge pumpte Deutschland in den vergangenen vier Jahren 40,2 Milliarden Euro an Steuergeldern in die Branche, um gefährdete Banken zu retten. Frankreich verdiente dagegen an den Staatsgarantien, die einige der Institute in Anspruch nahmen. Unter dem Strich flossen seit 2008 drei Milliarden Euro in die Staatskasse.

Allerdings hat der Zusammenbruch der französisch-belgisch-luxemburgischen Dexia im vergangenen Herbst Folgen für die französischen Kommunen, die sich nach einem neuen Finanzierer umsehen müssen.

Wäre Gott ein Privatkunde, lebte er allerdings lieber in Deutschland - wegen der niedrigeren Gebühren, die dem scharfen Wettbewerb zwischen Sparkassen, Volksbanken und den privaten Geschäftsbanken zu verdanken sind. In Frankreich lassen sich viele Finanzinstitute hingegen jede Dienstleistung bezahlen und nehmen teils hohe Jahresgebühren für Kreditkarten. Mit denen allerdings kann man ohne jedes Problem auch kleinste Einkäufe bezahlen.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

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  • Also leute, die Berichterstattung stimmt doch nicht. Der Forist PRAWDA hat vollkommen Recht. Man kann dem nur hinzufügen: Die Dexia ist das Übelste, was wir an Bankenpleiten in Europa haben.

    Diese Bank hat den frenzösichen Kommunen struktuierte Darlehen angedreht, die heute für die Kommunen eine Realisierung eines Risikos bedeuten, dass die meisten Kommunen Frankreichs wegen der Dexia-Bank pleite sein dürften und zwar mit gewaltigen Schulden.

    Tatsache ist auch, dass die Kommunen die Dexia-Bank auf Schadensersatz verklagt haben. Mit ersten Urteilen gegen Dexia wird in Frankreich im Herbst gerechnet.

    Tatsache ist auch, dass die Dexia-Bank von Frankreich erst vor vier Tagen wieder mit 45 Millarden Euro gestützt wurde. Tatsache ist auch, dass die geplante Stützung des spanischen Bankia dagegen mit 15 Millarden Euro Penauts sind. Tatsache ist auch, dass der gesamte Schuldenstand der Dexia (sind es inzwischen 485 Millarden Euro???) so hoch ist, dass der französische Staat locker zu den PICCS-Staaten hinzugerechnet werden muss. Sollten die Kommunen vor Gericht gewinnen, dann ist das so.

    Bei den Taschenspielertricks Frankreichs wird es einen schon vom Zusehen übel.

  • Die Lage der französischen Großbanken hat sich verbessert, weil sie den gesamten PIGS-Schrott der EZB angedreht haben. So kann man dann sagen, was für eine kluge Politik. Die deutschen Steuerzahler helfen so, die französischen Banken zu retten.
    Widerwärtiges Spiel!

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