Bankentagung IFF

Washington im Schleudergang

Es ist das Meeting der Weltenretter. Jedes Jahr steht eine andere Krise auf der Agenda. Hetze und Terminnot sind feste Größen beim Stelldichein der Finanzwelt – und dann springt noch einer beherzt ins Fettnäpfchen.
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Eine Mischung aus Weitwinkel-Ökonomie und Infos aus erster Hand machen die Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und IIF so wertvoll. Quelle: ap

Eine Mischung aus Weitwinkel-Ökonomie und Infos aus erster Hand machen die Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und IIF so wertvoll.

(Foto: ap)

WahsingtonEs war die letzte Veranstaltung auf der Großbankentagung des Institute of International Finance (IFF). Nach 17 Uhr waren im mittlerweile nur noch spärlich besuchten Auditorium schon einige Zuhörer dem Jetlag zum Opfer gefallen, da nahm Reza Moghadam einen beherzten Anlauf für den Sprung ins Fettnäpfchen.

Wie es denn mit den Reformen in ihrem Land bestellt sei, wollte der Vice Chairman Global Capital Markets der US-Investmentbank Morgan Stanley wissen. Da musste Valerija Gontarewa erstmal schlucken – denn die Zentralbankchefin der Ukraine hatte kurz zuvor ein dramatisches Bild aus ihrer Heimat gezeichnet. Der Krieg in ihrem Land werde das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr vielleicht um neun Prozent einbrechen lassen, die Infrastruktur in der Ostukraine sei größtenteils zerstört – „die Brücken und andere Gebäude sind einfach nicht mehr da, verstehen sie“, hatte sie dem Moderator zu erklären versucht. Kein Minus auf dem Papier, sondern einfach nicht mehr da. Reformen haben da nicht oberste Priorität.

Die viel beschworenen „geopolitischen Risiken“ auf dieser Podiumsdiskussion waren sie auf einmal keine abstrakte Worthülse mehr, sondern ganz nah. Diese Mischung aus Weitwinkel-Ökonomie und Infos aus erster Hand machen die Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und IIF so wertvoll. Für drei, vier Tage trifft sich alles, was wirklich Macht hat. Dafür werden horrende Hotelpreise, lange Schlangen vor den Sicherheitsschleusen, Dauerregen und schwierige Taxifahrer in Kauf genommen. „Die vielen Bilaterals, das spart eine Menge Reiserei“, sagt Jürgen Fitschen, der Co-Vorstandschef der Deutschen Bank.

Es ist das Meeting der Weltenretter. Jedes Jahr muss eine andere Krise bewältigt werden. Vor zwölf Monaten war der „Government Shutdown“ wegen der amerikanischen Staatsverschuldung das beherrschende  Thema, 2014 ist es die Gefahr einer weltweiten Rezession. Bei der Einreise in Washington verunsichern schon die Warnungen der Gesundheitsbehörde. „Jüngst in West-Afrika gewesen? Fieber? Dann melden Sie sich“. Immer wieder läuft der Trailer zu Ebola über den  Bildschirm, während man in der Warteschlange vor den Immigration Officers steht.

Kleines Karo ist hier nicht gefragt
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