Bankenunion

Schweden will Zusagen von Euroländern

Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hat drei Bedingungen für den Beitritt seines Landes zur Bankenunion genannt. Demnach sollen schwedische Steuerzahler nicht für andere Länder einstehen müssen.
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Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt bei einem Interview. Quelle: Reuters

Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt bei einem Interview.

(Foto: Reuters)

StockholmSchwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt will bei Bundeskanzlerin Angela Merkel Forderungen seines Landes vor einem Beitritt zur geplanten EU-Bankenunion nennen. Kurz vor der an diesem Dienstag in Berlin geplanten Begegnung sagte der Regierungschef in Stockholm: „Ich habe drei Forderungen. Ich finde, dass schwedische Steuerzahler oder gut geführte Banken nicht in Anspruch genommen werden dürfen, um Verluste notleidender Banken anderer Länder zu decken.“

Reinfeldt sagte weiter, die EU müsse das Recht Schwedens auf höhere Anforderungen an die Kapitaldeckung von Banken „respektieren“. Als dritte Forderung für einen Beitritt des Nicht-Eurolandes Schweden zu einer gemeinsamen Bankenaufsicht und einer späteren Bankenunion nannte der Stockholmer Regierungschef „echten Einfluss“. Zur Begründung meinte er: „So wie der jetzige Vorschlag aussieht, haben die Euro-Länder im Prinzip alle Möglichkeit zur alleinigen Steuerung.“

Der Stockholmer Volkswirtschaftsprofessor Hubert Fromlet meinte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa, bei der EU-Krisenpolitik generell sei der Abstand der schwedischen Positionen zu denen Merkels „nicht sehr groß“. Allerdings sei die Stimmung in der schwedischen Bevölkerung wesentlich EU-skeptischer als vor zwei oder drei Jahren. „Da muss die Regierung schon sehr vorsichtig sein, um nicht populistischen Tendenzen Vorschub zu leisten.“

Merkel und Reinfeldt wollen in Berlin vor dem gemeinsamen Besuch des WM-Qualifikationsspiels Deutschland-Schweden den EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag vorbereiten. In Brüssel stehen die Pläne für eine gemeinsame Bankenaufsicht im Zentrum.

  • dpa
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10 Kommentare zu "Bankenunion: Schweden will Euroländern Zusagen abringen"

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  • das Problem ist, dass im manchen Ländern bereits eine leere Getränkedose als Pfand für ein paar Mio. ( oder sind es Milliarden ) ausreicht.

  • wo ist das Problem??bei jeder Bank gibt es nur Geld (Darlehen, Kredite, Hypotheken, etc.) gegen Pfand!!!Also wer GEld benötigt, stellt ein entsprechendes Pfand bereit (Inseln, Gebäude, Kunstgegenstände, etc.!!)Nochmal, wo ist das Problem??

  • @Rettungswahnsinn

    Danke für die Buchempfehlung. Wahlalternative 2013 ist mir bereits bekannt.

  • Lieber Schwede: Wenn weder Steuerzahler noch gutgeführte Banken für notleidende Banken einspringen sollen - WER DANN?

  • Es ist an der Zeit, dass wir Wahlbürger Position beziehen und uns von 'diesen' Politikern distanzieren.

  • @Rainer_J

    Danke für den Kommentar!

    Ist mir schon klar, was unsere "befreundeten" Euro-Länder damit bezwecken wollen. Vom "Freundeskreis" Draghi, Monti, Hollande, Van Rompuy, Juncker, Lagarde, Rajoy kommen ja bereits im Wochentakt neue Vorschläge zur Rettung des Euros, der Euro-Zone, der Banken. Kernaussage bzw. Hauptzweck: "Geld her Deutschland".

    Leider hat man bei unseren Volksvertreten den Eindruck, dass diesen nicht am Wohl ihres Volkes gelegen ist.

    Die derzeit einzige Hoffnung ist die Wahlalternative 2013. Hoffentlich ist das Volk bis dahin aufgewacht und hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät zur Umkehr.

    Lese gerade das Buch "Target-Falle". Ausgezeichnet.

  • @Rettungswahnsinn

    Das der deutsche Steuerzahler für die FPIGS-Banken haftet soll ist doch der Sinn und Zweck dieser illegalen "Bankenunion". Genau deswegen wollen die FPIGS diese Bankenunion möglichst schnell! Was glauben sie sonst wäre der Grund?

    Das Schweden nicht mitmacht ist klar, deren Politiker sind ja keine Landesverräter und auch nicht auf dem Kopf gefallen.

    Schweden wirkt da nur mit, weil sie offiziel auch in den Euro müssten (laut Vertrag längst drin sein sollen). Was aber nie passieren wird. Schon mal garnicht nach der Installation des illegalen ESM und der illegalen Aussage der EZB unendlich Staatsanleihen der FPIGS-Staaten zu kaufen.

  • das ist ein Ministerpräsident, dem das Wohl seines Volkes am Herzen liegt, der sich an seinen Amtseid erinnert. Bei uns sagt die Frau :" Was gut ist für Europa ist auch gut für Deutschland ! " ---
    Aber wenn das alle verlangen könnten, dann hätte man ja die
    no-bail-out Klausel nicht eliminiert !

  • Vielen Dank Herr Reinfeldt für die Vorgaben. Sehr vernünftig. Hoffentlich hängen sich unsere Regierenden an diese Bedingungen dran.

    Die Forderungen Schwedens sollten verallgemeinert werden und für alle Länder die der Bankenunion beitreten gelten.

    1. Dürfen gut geführte Banken und die Steuerzahler nicht in Anspruch genommen werden um Verluste notleidender Banken anderer Länder zu decken.

    2. Muss für die Banken eine höhere Kapitaldeckung vereinbart werden.

    3. Müssen die Länder einen echten Einfluss haben. - entsprechend ihrer Größe

    Wenn diese Bedingungen nicht gelten sollen, dann sieht es mal wieder nach Transfers bzw. Abzocke der Schuldenländer/-Banken aus. Bei unseren Regierenden ist zu befürchten, dass sie sich auf jeden Kuhhandel zu Lasten des deutschen Steuerzahlers einlassen.

    Noch was, Schweden kann seine Bedingungen offen aussprechen, und genau das erwarten wir von unseren Regierenden auch. Also kein Rumgeeiere Herr Schäuble/Fr. Merkel!

  • warum sollte ein nicht-euroland zur bankenunion dazustoßen? das verstehe ich nicht.....

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