Bankenverband
Vereinbarung zu Hellas-Anleihentausch in Sicht

Der Internationale Bankenverband (IIF) verbreitet Zuversicht zu den Verhandlungen um den griechischen Schuldenschnitt. IIF-Chefunterhändler Charles Dallara sagte, der Verband habe das bestmögliche Angebot unterbreitet.
  • 13

BerlinDer Internationale Bankenverband (IIF) hofft nach wie vor auf eine Einigung bei den Gesprächen zwischen den privaten Gläubigern und dem krisengeschüttelten Griechenland über einen freiwilligen Anleihentausch. Die Gläubiger arbeiteten weiter eng mit Athen zusammen, sagte IIF-Chefunterhändler Charles Dallara am Sonntag dem Sender Antenna TV. Er sei zuversichtlich, dass eine Vereinbarung getroffen werden könne. „Wir stehen am Scheideweg und ich bleibe ziemlich hoffnungsvoll“, fügte Dallara hinzu.

Am Wochenende waren die Gespräche der Regierung mit den Gläubigerbanken über einen Forderungsverzicht von geschätzten 100 Milliarden Euro unterbrochen worden.

Der französische Finanzminister Francois Baroin stieß ins gleiche Horn. Er habe „gute Gründe“ zu hoffen, dass die Verhandlungen zum Erfolg führten, sagte Baroin in einem Fernsehinterview am Sonntag. Dallara ergänzte, dass der Verband das bestmögliche Angebot für den freiwilligen Anleihentausch gemacht habe. Der Ball liege nun im Spielfeld von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds. Athen läuft die Zeit davon, denn die Ergebnisse sollten bereits bei dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag vorliegen.

Für die privaten Gläubiger - neben Banken auch Hedgefonds und Versicherer - dürfte eine Einigung mit einem Forderungsverzicht von bis zu 70 Prozent verbunden sein. Im Gegenzug sollen ihnen Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden.

Der Schnitt soll über einen freiwilligen Anleihentausch kommen und Griechenland 100 Milliarden Euro Entlastung bringen. Daneben müsste Griechenland aber auch die Europäische Union (EU), die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) davon überzeugen, dass es gemäß den vereinbarten Spar-Auflagen auf einem konsequentem Weg ist, mit eigenen Anstrengungen aus der Krise herauszukommen.

Ziel ist, den Schuldenstand des Landes bis 2020 von 160 auf 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft (BIP) zu reduzieren. Nur dann würden EU und IWF Griechenland ein neues Hilfspaket über 130 Milliarden Euro gewähren. Ohne frisches Geld droht dem Land im März ein ungeordneter Bankrott, wenn Staatsanleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro bedient werden müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bankenverband : Vereinbarung zu Hellas-Anleihentausch in Sicht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Deutschen Rentenversicherung fehlt das Geld, um notwendige Rehabilitationsmaßnahmen für kranke Arbeitnehmer zu finanzieren. Die Mittel dafür sind seit 1997 gesetzlich begrenzt. 2010 lag der „Reha-Deckel“ bei 5,38 Milliarden Euro. Angesichts der zunehmenden Alterung der Beschäftigten reicht dies womöglich nicht aus.
    Die Träger der Rentenversicherung haben schon 2010 „massive Sparmaßnahmen“ eingeleitet ,Anträge wurden abgelehnt, Rehabilitationsleistungen verkürzt, der Anteil der Reha-Leistungen ohne unmittelbar vorhergehende Krankenhausbehandlung zurückgeschraubt... Währenddessen schicken die Lobbyknechte und Fraktions-Stiefellecker im deutschen Bundestag täglich Aber-Milliarden in die Taschen von Bail-Out-Schnorrern.

  • An Leser: GR hat 350 Mrd Schulden (die bekannt sind).

  • Wenn ich mich richtig erinnere bedeutet "Schuldenschnitt" verzicht auf Rückzahlung von Schulden und was hatten noch die deutschen Politiker gesagt ... "der deutsche Steuerzahler wird mit Griechenland nicht belastet"? Ah ja, dann beteiligt sich Deutschland also nicht am Schuldenschnitt - sehr schön! Ah um wieviele Milliarden geht es noch? Dagegen sind doch Wulfs Verfehlungen echte Penuts

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%