Barack Obama

Das große Missverständnis

Obama ist in Europa beliebt. Er gilt als der „gute Amerikaner“, als einer von uns. Doch nicht erst die Spionage-Affäre zeigt: Der US-Präsident kennt keine Freunde, nur Interessen. Zeit für eine nüchterne Betrachtung.
26 Kommentare

Obama kennt keine Freunde

New YorkMehr als 90 Prozent – mit diesem Ergebnis wäre Barack Obama noch im vergangenen Jahr zum US-Präsidenten gewählt worden, hätte man die Europäer gefragt. Sie scheinen also den ersten schwarzen Präsidenten irgendwie zu mögen. Wahrscheinlich ist es dies: Obama gilt als friedfertiger als sein Vorgänger (siehe Friedensnobelpreis), er hat ein Herz für die sozial Schwachen, erkennt den Klimawandel als menschengemacht an und ist ansonsten ein sympathischer Kerl. Ein „guter Amerikaner“ also, gerade im Vergleich zu Vorgänger George W. Bush.

Das heißt: Der Demokrat gilt nicht als schießwütiger Cowboy, nicht als öldurstiger Folterknecht wie Bushs Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Eher als einer, der uns mag und der den Amerikanern nach den Irrwegen der Bush-Ära endlich Vernunft beibringt. Mit Rezepten, die wir in Europa kennen und mit denen wir alles viel besser zu machen glauben. Anders gesagt: Obama ist einer von uns.

Was für ein Missverständnis. Nicht erst die mutmaßliche Spitzel-Attacke amerikanischer Geheimdienste auf das Handy der verbündeten deutschen Kanzlerin zeigt: Obama ist in allererster Linie US-Präsident, und als solchem liegen ihm eben nur die Dinge am Herzen, die Amerika nutzen. Und was Amerika nutzt, ist gut. Das ist überhaupt nicht zu beanstanden, schließlich ist das Obamas Job, dafür wurde er gewählt. Man sollte es eben nur nicht vergessen, wenn er die nächste wohlklingende Rede hält.

Einige Illusionen sind ja längst zerplatzt. Obama hat zwar die Folter verboten – doch das Gefangenenlager Guantanamo Bay ist noch immer nicht geschlossen. Obama wickelt die opferreichen Kriege im Irak und in Afghanistan ab – aber schickt Drohnen los, um ohne Prozess Terrorverdächtige in Pakistan zu töten. Obama redet vom Klimaschutz – und erlaubt, dass an den Küsten nach Öl gebohrt wird. Obama verspricht Transparenz – und lässt Informanten gnadenlos verfolgen.

Eine Seite dieser Realpolitik zeigt sich auch im Umgang mit anderen Staatschefs. Hier gilt Obama, anders als der kumpelhafte Bush, als unterkühlt und desinteressiert. Er lebt zudem vor, was einst Henry Kissinger aussprach: „Amerika hat keine dauerhaften Freunde oder Feinde, nur Interessen“. Darin unterscheidet sich Obama zwar nicht von allen anderen Staatenlenkern dieser Welt, auch nicht den deutschen. Doch wenn die Supermacht USA entscheidet, andere entweder zu hofieren oder abzustrafen, hat dies eben besonders weitreichende Folgen und wird überall registriert.

Obama ist ein kühler Realpolitiker
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26 Kommentare zu "Barack Obama: Das große Missverständnis"

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  • Meine Meinung zu Obama? Hat die unlockere Clinton ausmanövriert. Ist an sich kein schlechter Präsident, aber moralisch und ethisch des Friedensnobelpreis nicht würdig. Aber dass der an ihn überhaupt verliehen wurde war eine schwedische Unterwerfungsgeste nach Amerika (Assange hat wohl recht wg. Auslieferungsangst).

    Amerika ist wie das einstige römische Reich zum Untergang verdammt, da es nur auf militärische Inter- und Prävention setzt und die Welt nicht für voll nimmt! Selbst 5-jährige Amerikaner wissen schon wie die Gläubiger entlohnt werden werden (man muss sich dazu auch nur die Zeit des Goldrauschs nochmal anschauen).

    China ist clever genug das zu erkennen und aufzurüsten. Russland clever genug nicht weiter abzurüsten. Indien ist wankelmütig. Die Perser und Araber wissen, dass sie auf ihrem schwarzen Gold sitzen bleiben müssen. Die Israelis haben am falschen Platz gebaut und kommen aus dem Ärger mit den Nachbarn nicht mehr raus. Deutschland und EU ist selbst nach so vielen Jahren immer noch ein Experiment mit ungewissem Ausgang.



  • Herje, was soll die ganze Aufregung? Obama sagte schon in seiner ersten Rede in Berlin - noch bevor er Präsident wurde, dass er weiter macht wie bisher, aber seine "Freunde" die Europäer stärker zur Kasse bitten wird.

    Das wollte damals nur niemand hören und wissen.

    Seit dem hat sich viel getan. Zwischenzeitlich wird Krieg geführt und das immer offener!
    Kein Krieg mit Gewehren und Raketen, Krieg mit anderen Mitteln, mit Spionage, mit Währungen mit Wissen und Technik.
    Wer zwingt als erstes eine andere Region der Welt in die wirtschaftlichen Knie? Kracht es zuerst in Amerika, Asien oder Europa? Da sind Kleinigkeiten wie der arabische Frühling nur Nebenschauplätze. Das hat die Region dort um einiges zurück geworfen.
    Gut für Amerika.
    Asien würde zusammen krachen wenn Japan kracht. Das würde auch China mitreißen. Europa bricht zusammen wenn es nicht zusammen hält, dann werden wir nämlich von Afrika aus überschwemmt. Das ist der Grund für den Euro, das ist der Grund für die Gelder die nach Süden fließen. Immer noch billiger Geld in den Süden zu pumpen, dass zum größten Teil eh zurück fließt als diese Staaten allein zu lassen. Denn Italien, Spanien und Griechenland sind unser Bollwerk gen Afrika. Würden diese Länder die Menschen einfach durch lassen, dann hätten wir nicht ein paar zig Lampedusianer in Hamburg sondern ein paar zigTausend.
    Wir sicher unseren Lebensstandard, das gleiche versuchen die Amis. Bei Ihnen sind die Grenzen schon lange zu, da geht es mehr um den Wert des Dollars. Sinkt der, dann vergrößert sich das Handelsbilanzdefizit oder es wird weniger eingeführt - der Lebensstandard sinkt. So simpel ist die Welt.
    Schaun wir mal wer den Krieg am Ende gewinnt.

  • Dunkelhäutige Amerikaner waren schon immer sehr gute Schauspieler! Namen sind bekannt! Billy Moo allerdings war ein sehr guter Musiker und Sänger.

  • Die Frage ist doch nicht, dass der Amerikaner deutsche Politiker abhört, sondern dass er das überhaupt kann. Sind die IT-ler der Kanzlerin nicht in der Lage das Telefonieren abhörsicher zu machen? Das wäre ja geradezu eine Steilvorlage an jede Nation, auch an die, die uns nicht leiden können, Frau Merkel abzuhören. Als ob nur die Amis dazu in der Lage wären. Wenn ich dazu quasi eingeladen werde, dann komme ich doch auch zu Besuch!

  • "Obama ist in Europa beliebt. Er gilt als der „gute Amerikaner“.."
    Warum ist das so?
    Ganz einfach, weil er uns von den Medien so verkauft wurde!
    Ob Einer der Gute oder der Böse ist wird uns durch eine in den Medien entsprechende Berichterstattung "eingeimpft".
    Und wir fallen i.d.R. darauf rein. Wie es wirklich ist, erfahren wie in den seltensten Fällen.
    Manipulation ist überall!

  • KEINE FREUNDE - nur Interessen - das kennen wir schon seit Jahrzehnten: VIVE la France und BRD.

  • Wurde aber auch Zeit, dass man in Deutschland aufwacht. Ich habe ja die grosse Wiederwahl-Show von Obama im Deutschen Fernsehen verfolgt, und kam nicht mehr aus dem Kofpschütteln raus, und dachte mir: "die Deutschen fallen doch immer wieder in gute Redner rein - das nachfolgende würde hingegen an der "political corectness" massiv rütteln.....

  • Die NSA-Affäre und das Abhören des Handys der Kanzlerin sind eine zeitliche Zäsur im Verhältnis Deutschland/USA.

    Auch wenn das US-amerikanische Politiker und Medien dort noch nicht begriffen haben. In der deutschen Bevölkerung ist die Meinung zu den USA spätestens mit diesen Skandalen gekippt.

    Die deutsche Bevölkerung, die mehrere Jahrzehnte seit dem Marshallplan und den Rosinenbombern immer gern den USA Unterstützung oft gaben, sieht die USA mittlerweile sehr kritisch und in Teilen negativ.

    Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist "am Kippen" und das läßt sich auch ao schnell nicht wieder durch ein paar Gesten US-amerikanischer Aussenminister und Treffen von Spitzenpolitikern in den nächsten Jahren wieder glätten, weil der Vertrauensbruch, den die US-Amerikaner begangen haben, sehr sehr massiv auf die Grundhaltung der deutschen Bevölkerung durchgeschlagen ist.

    Schade eigentlich.... aber in der Tat die US-Regierung ist "kein Stück besser" als Russen und Chinesen, wenn sie einen derartigen Geheimdienst besitzt, der "macht was er will" und deutsche Bürger bis hin zur Kanzlerin abhört.

    Zukünftig wird Deutschland viel, viel distanzierter zu den US-Amerikanern auftreten.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Obama kennt nur Interessen. Na sowas aber auch! Da hat man dem deutschen Stimmvieh jahrzehntelag die Lüge von Freunden erzählt und um sie aufrechtzuerhalten, muß jetzt Obama als Person herhalten.
    SCHWACHSINN!
    ZWISCHEN LÄNDERN GIBT ES KEINE FREUNDSCHAFT, SONDERN NUR INTERESSEN.
    Daß mit dieser Lüge die Deutschen seit 1945 ausgeraubt, ausgeplündert und für dumm verkauft werden, weil damit die Eigeninteressen ausgeschaltet werden, ist hingegen richtig.

    Außerdem verfolgt Obama keineswegs die Interessen eines Landes, der USA, sondern die Agenda der Globalisten einer Weltregierung. So wie die EUdSSR und das Blockparteienkartell in der BRD.

    Die ganze Aufregung ist also ziemlich gespielt, denn Echelon gibt es seit Jahrzehnten und der Schaden für die Wirtschaft ist enorm. Mit Segen der verbrecherischen Vasallenclique.
    IM Erika hat Obama außerdem empfangen, als dank Snoweden längst das gigantische Ausmaß der Ausspähung und Absaugung von Industriegeheimnissen bekannt war.

    So eine völlige Verdrehung aller Tatsachen von den Lügenmedien schmerzt zwar, aber paßt letztlich in diese verkommene Endzeithelotengesellschaft.

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