Barack Obama
Der Absturz eines umjubelten Hoffnungsträgers

Amerikas Wähler haben ihrem Frust über Arbeitslosigkeit und Mega-Schulden massiv Luft gemacht – und Präsident Obama kräftig abgestraft. Seine Demokraten büßen im Abgeordnetenhaus die Mehrheit ein. Im Senat schmilzt ihr Vorsprung erheblich zusammen.
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HB WASHINGTON. Bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren war er umjubelter Hoffnungsträger, jetzt haben Amerikas Wähler Präsident Barack Obama eine schallende Ohrfeige versetzt. Seine Demokratische Partei verliert die Kontrolle über das Abgeordnetenhaus. Im Senat allerdings behält die Obama-Partei nach Prognosen der großen US- Sender die Macht - ihre Mehrheit wird aber deutlich zusammenschmelzen. Noch in der Nacht bot der Präsident den Republikanern eine Zusammenarbeit an.

Das Regieren wird für Obama nach dem Verlust des Repräsentantenhauses und mit knapperer Senatsmehrheit viel schwerer. Die Republikaner können dort künftig alle Gesetzesinitiativen torpedieren. Allerdings ist es in der Vergangenheit schon häufig vorgekommen, dass die Partei des Präsidenten bei den Zwischenwahlen die Kontrolle über den Kongress einbüßt, so etwa die Republikaner 2006 oder die Demokraten unter Bill Clinton 1994.

„Das amerikanische Volk hat (Präsident Obama) heute eine unmissverständliche Botschaft gesandt: Ändere den Kurs“, sagte in der Nacht der Republikaner John Boehner, der voraussichtlich zum neuen Präsidenten des Abgeordnetenhauses gekürt wird. Falls sich Obama dafür entscheide, sei man zur Zusammenarbeit bereit. Obama erklärte nach Angaben des Weißen Hauses in einem ersten Telefonat mit Boehner noch in der Wahlnacht seine Bereitschaft zur Kooperation.

Die Demokraten hatten vor der Wahl im Senat 58 Sitze, zwei unabhängige Senatoren stimmten stets mit ihnen. Nun wird die Mehrheit deutlich knapper werden. Die Niederlage im Abgeordnetenhaus fällt massiv aus: Der Sender CNN erwartet einen Zugewinn der Republikaner von mindestens 52 Sitzen. Sie bräuchten nur 39, um das Repräsentantenhaus zu erobern. Einen Verlust in dieser Größenordnung mussten die Demokraten zuletzt 1994 verkraften. Mehrere prominente Kandidaten der rechtspopulistischen Tea-Party- Bewegung konnten sich bei der Wahl auf der Seite der Republikaner durchsetzen.

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  • Obama hat alles besser gemacht,
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    Ja Martin ,deswegen hat er auch eine "Klatsche"bekommen .Das liegt aber hauptsächlich daran das er nicht die interessen der Amerikaner unterstützte , sondern der einer Minderheit .Und das Ergebnis sehen wir heute !Wer sich in den USA mit den Poolkappen beschäftigt ist ein Außenseiter , wie übrigens auch in großen teilen Europas !!!

  • Die USA wurden heruntergewirtschaftet von der Fed, der Kriegslobby und anderen Lobbygruppen, fanatischen religiösen Gruppen, den von der Lobby und der Regierung gesteuerten Medien, von unfähigen Politikern, auch von Obama, aber viel mehr noch von seinem Vorgänger.
    Arroganz und Gier nach Reichtum und Macht gingen dabei Hand in Hand.
    Nun ist das Desaster da.
    Das teilweise in der Welt noch vorhandene Vertrauen in/für die USA ist ist verloren gegangen, Verachtung und Hass haben die Oberhand gewonnen.
    Selbst schuld, liebe Freunde.
    Leider sitzen wir zwangsweise in eurem untergehenden boot.
    Auch selbst schuld.

  • Dabei hat er doch so vieles besser gemacht. Was soll jetzt nur aus der "amerikanischen Demokratie" werden, die ja im Grunde nur durch Streit, Polemik, falschem idealismus aus dem 20. Jahrhundert und Medien geprägt ist? Möchten die Amerikaner denn ersnthaft einen dieser Wahrsager oder Armleuchten von Republikanern als Präsident. @tomtomtoy: Deine Republikaner haben aus Amerika das gemacht was es heute ist. Obama hat alles besser gemacht, er hat Kompetenzen. Die Sarah Palin bspw. könnte genauso als Putze im Weißen Haus arbeiten. Ohne dabei den beruf herabsetzen zu wollen, denn ich weiß es gibt gescheitere Putzen.

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