Barack Obama
Der Wahlkampf wird „kein Rennen wie bei Bolt“

Der Ton im US-Wahlkampf wird rauer. Präsident Barack Obama hat Paul Ryan, den frisch gekürten Vize-Kandidaten von Mitt Romney, angegriffen. Das Ziel seiner Attacke: ein umstrittener Haushaltsplan Ryans.
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Chicago/NorfolkIm US-Präsidentschaftswahlkampf hat Amtsinhaber Barack Obama den ersten Angriff gegen den frisch gekürten Vize-Kandidaten der Republikaner gestartet. Sein Herausforderer Mitt Romney habe sich mit Paul Ryan den ideologischen Anführer der Republikaner im Kongress ausgewählt, sagte Obama am Sonntag in Chicago.

Ryan sei ein anständiger Mann, der die Vision Romneys deutlich zum Ausdruck bringe. In der Sache äußerte sich Obama hart: "Aber dies ist eine Vision, mit der ich grundsätzlich nicht einverstanden bin."

Als Architekt eines heftig umstrittenen Haushaltsplans will Ryan den Rotstift unter anderem bei der staatlichen Gesundheitsversorgung, Studiendarlehen und Sozialprogrammen ansetzen. Insgesamt sollen so über die nächsten zehn Jahre 5,3 Billionen Dollar eingespart werden.

Sein Plan war so radikal, dass sich die katholischen Bischöfe in einem Brief entsetzt an den Kongress wandten. Ryans Plan gehe zulasten von hungrigen Kindern, armen Familien und Arbeitern, die keine Stelle mehr finden", kritisierten die Bischöfe im April.

Auch das Wahlkampfteam von Barack Obama will die Haushaltspläne Ryans immer wieder zum Thema machen. "Der Architekt des radikalen republikanischen Budgets namens Ryan hat ebenso wie Romney weitere Steuerkürzungen für Millionäre vorgeschlagen - und tiefe Einschnitte bei der Bildung", erklärte Obamas Wahlkampfmanager Jim Messina in einer ersten Stellungnahme.

Für die "New York Times" kommt die Attacke auf Ryan nicht überraschend. Es sei eine Gelegenheit für Obama, seine Offensive gegen den Herausforderer weiter voranzutreiben, anstatt seine eigene Bilanz verteidigen zu müssen, so das Blatt.

Im Zuge seiner neuen Offensive hat Barack Obama seine Unterstützer auf einen harten Wahlkampf eingestimmt. "Dies wird kein Rennen wie bei Usain Bolt, bei dem wir 40 Meter vorneweg sind und auf den letzten drei Metern vor der Ziellinie schon zu joggen anfangen können", sagte Obama mit Blick auf den jamaikanischen Sprint-Star, der bei den beiden letzten Olympischen Spielen die 100 und 200 Meter Läufe gewann.

Der Demokrat warnte vor einem harten Rennen gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney, zeigte sich aber zuversichtlich, dass er die Wahl am 6. November gewinnen könne. "Wir werden durch das Zielband rennen müssen. Doch wir sind wirklich gut aufgestellt, nicht nur zu gewinnen, sondern auch Amerika weiter voran zu bringen", sagte Obama vor einem Spendendinner mit rund hundert betuchten Unterstützern in seinem Wohnhaus in Chicago.

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  • Obama hat den ganzen Dreck doch von den Rep's geerbt, zudem blockieren diese alles was er versucht zu ändern. Wir allen können nur hoffen und beten das diese beiden es auf keinen Fall ins Weisse Haus schaffen.

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