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Barack Obama: Tanz durch die Nacht

Nach dem Vergnügen zurück zur Arbeit: Die großen Feierlichkeiten sind vorbei, für Obama beginnt die raue Realität der zweiten Amtszeit. Aber erstmal tanzt er mit Michelle in die Nacht.

US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle Obama beim Inaugural Ball in Washington. Quelle: Reuters
US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle Obama beim Inaugural Ball in Washington. Quelle: Reuters

WashingtonNach dreitägigen Feiern zur zweiten Amtseinführung nimmt US-Präsident Barack Obama an diesem Dienstag im Oval Office des Weißen Hauses wieder seine Arbeit auf. So geht es noch in dieser Woche um die Besetzung eines der wichtigsten Posten in seinem Kabinett: Im Senat steht das Bestätigungsverfahren für die Berufung von John Kerry als Nachfolger von Außenministerin Hillary Clinton an.

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Zweite Amtszeit Obama erklärt „Jahrzehnt des Krieges“ für beendet

In der zweiten Amtszeit will der US-Präsident erst richtig loslegen.

Zum Auftakt des ersten Arbeitstages wollten Obama und First Lady Michelle am Vormittag (Ortszeit) zunächst in der Nationalen Kathedrale in Washington an einer Andacht teilnehmen. Danach standen bis zum Abend nur Termine hinter den Türen des Weißen Hauses an.

Obamas zweite Amtszeit

  • Wie steht es mit dem Verhältnis von Merkel und Obama?

    Als es um den Waffengang gegen Libyen ging, hatte sich Deutschland in der UN der Stimme enthalten - das ist in Washington sauer aufgestoßen. Außerdem sah Obama die Kanzlerin als Bremserin, die durch ihre Sparpolitik die Weltkonjunktur in Gefahr bringt. Zeitweise war das Verhältnis getrübt. Doch beide wissen, Deutschland und die USA brauchen einander.

  • Und wann besucht Obama endlich Berlin?

    Das steht in den Sternen, zumindest öffentlich wurde noch nichts bekannt. Im Februar hat sich erst einmal sein Vize Joe Biden angesagt. Frau Merkel hatte zwar bei ihrem Besuch in Washington gemeint, es gebe keine Eile, das Brandenburger Tor stehe noch eine Weile - doch das war 2011. Ein US-Präsident, der nicht Berlin besucht - das sähe reichlich merkwürdig aus.

  • Was ist Obamas große außenpolitische Linie?

    Der Rückzug in die „splendid isolation“, in angenehme Isolation jenseits der leidigen Weltprobleme, hat immer etwas Verführerisches. Doch realistisch ist es nicht. Obamas Linie ist eine andere, er nennt es „leading from behind“, was in etwa heißt „Vom Rücksitz aus führen“. Im Klartext heißt das: Die USA werden künftig nicht mehr alleine die Drecksarbeit übernehmen, Alliierte und Freunde müssen ebenfalls ran. Erstes Beispiel war der Waffengang gegen Libyen: Die USA bestanden darauf, dass auch die Europäer in vorderster Linie dabei waren. Der Grund ist auch ein ganz simpler, den USA geht das Geld für militärische Abenteuer aus.

  • Was ist mit Syrien, wie lange wollen die USA dem Massaker zuschauen?

    Obama hat den Irakkrieg beendet, er ist auf dem besten Weg, die Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Offenes militärisches Eingreifen ist für ihn wirklich nur das allerletzte Mittel. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist von einer Intervention in Syrien keine Rede. Viel zu gefährlich, warnen Militärs. Etwas anderes wäre es, wenn Präsident Assad Chemiewaffen einsetzt. Das wäre für Obama die rote Linie, dann könnten die USA nicht mehr untätig zusehen.

  • Dafür kennt Obama keine Hemmungen beim Drohneneinsatz?

    Obama baut in großen Maße auf gezielte und tödliche Einsätze gegen Terroristen in Nahost und anderswo. Solche Einsätze hat er sich ausdrücklich juristisch absegnen lassen. Widerstand dagegen ist in den USA eher gering.

  • Dann ist da noch das große Problem Iran und Israel?

    Iran und der Streit um das Atomprogramm ist sicherlich das heißeste Thema. Obama hat sich klar festgelegt: Einen Iran mit Atomwaffen darf es nicht geben. Da steht er auch in Israel im Wort. Bislang konnte Obama Israel von einem militärischen Alleingang abhalten. Auguren sehen aber bereits ein Schlupfloch, wie beide Seiten ohne Gesichtsverlust aus dem Streit herauskommen könnten. Die Schlüsselfrage ist, wie man den Besitz von Atomwaffen definiert. Genügt da schon der Besitz angereicherten Materials oder muss die Bombe auf einer Rakete montiert sein?

  • Wie will Obama die Schulden abbauen?

    Das ist die Fragen aller Fragen. Die Staatsschulden sind mit rund 100 Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft schlichtweg schwindelerregend. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur des Landes in weiten Teilen marode ist, also Milliarden-Investitionen notwendig sind. Die Herausforderung Obamas ähnelt der Quadratur des Kreises. Zudem haben sich die Amerikaner längst ans Schuldenmachen gewöhnt.

  • Ist die politische Klasse der USA wirklich handlungsfähig?

    Tatsächlich sind die Fronten völlig verhärtet. Die Politik in Washington hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Ideologisierung erfahren, zu der in erster Linie die populistische Tea-Party-Bewegung beigetragen hat. Dies wird besonders bei der Steuer- und Schuldendebatte deutlich. So haben viele republikanische Abgeordnete ihren Wählern hoch und heilig versprochen, niemals und unter keinen Umständen Steuern zu erhöhen - so werden Kompromisse von vorneherein unmöglich gemacht. Kommentatoren in Washington stellen bereits die ätzende Frage, ob die Politiker in den USA den Problemen des Landes gewachsen seien.

  • Jetzt legt sich Obama in Sachen Waffenkontrollen ins Zeug, wird er Erfolg haben?

    Obama hat viele enttäuscht, weil er das Thema vier Jahre lang nicht angerührt hat. Doch das jüngste Schulmassaker mit 27 Toten setzt ihn unter Druck. Das Problem ist: Selbst wenn ein Gesetz jeglichen Waffenverkauf von jetzt an verbieten würde - gäbe es weiterhin 300 Millionen Schusswaffen in den Händen von Amerikanern. Statistisch bedeutet das, dass fast jeder Amerikaner vom Säugling bis zum Greis eine Waffe besitzt. Hinzu kommt, dass das Verfassungsgericht das Recht auf Waffentragen ausdrücklich bestätigt. Waffen und Waffengewalt gehören zu den USA, die Eroberung und Besiedelung durch den „Weißen Mann“ wäre ohne die Überlegenheit der Feuerwaffen nicht denkbar gewesen. Hinzu kommt die Macht der Waffenlobby. Obamas Feldzug gegen den Waffenwahn hat es schwer.

Am Montag waren die Feierlichkeiten mit zwei offiziellen Bällen zu Ende gegangen, auf denen die Obamas bis in die Nacht tanzten. Nach wochenlangen Spekulationen war das Geheimnis um Michelles Robe gelüftet: Die 49-Jährige trug zu ihrer neuen Pagenschnitt-Frisur ein ärmelloses fließendes samtrotes Kleid, wie schon vor vier Jahren ein Design von Modeschöpfer Jason Wu. Zuvor hatte die First Lady bei den Vereidigungszeremonien Modeexperten mit einem kleingemusterten marineblauen Mantel-Kleid-Ensemble begeistert.

Jennifer Hudson sang am Abend zum ersten Tanz der Obamas auf dem „Commander-In-Chief's Ball“ zu Ehren des US-Militärs, danach auf dem offiziellen Vereidigungsball mit rund 35 000 Teilnehmern: „I am so in love with you“ („Ich bin so verliebt in Dich“).

Obama stellte Michelle auf dem ersten Ball als seine „bessere Hälfte“ vor: „Sie macht mich zu einem besseren Mann und Präsidenten“, sagte er, bevor er Michelle auf das Parkett führte.

Barack Obama vereidigt Wie Washington den alten und neuen Präsidenten feiert

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Zuvor bedankte er sich bei den amerikanischen Männern und Frauen in Uniform für deren Einsatz. „Ihr seid heute in unseren Gedanken und jede Nacht, bis Ihr zurück daheim seid, unsere Mission beendet ist“, sagte er an die Adresse von Soldaten, die aus Afghanistan zugeschaltet waren. Neben Hudson sorgten Stars wie Alicia Keys, Stevie Wonder und Jamie Foxx auf den Bällen für musikalische Untermalung.

  • 22.01.2013, 13:23 UhrChiara

    Eine grandiose Rede, jetzt müssen Taten folgen. Und die Politiker müssen endlich verstehen, dass man aufeinander zugehen muss, wenn Probleme gelöst werden sollen. Zumindest hat B. Obama mit Richard Blanco bereits ein Zeichen gesetzt: Man sollte nicht in die Steinzeit zurückkehren. Es bleibt abzuwarten, was passiert. Letztlich hat seine Rede aber beinhaltet, was die Politiker eigentlich für einen Auftrag haben: We - the people und nicht das eigene Machtgehabe. Es wäre wünschenswert, dass die Politiker anfangen, sich wieder an ihren ureigensten Auftrag zu erinnern. Egal, wo auf der Welt.

  • 22.01.2013, 07:55 UhrSpongebob

    Die Feierlichkeiten/Vereidigungszeremonie waren sehr schön - vor allem Barack Obamas Rede hat mich sehr beeindruckt/bewegt!! Hoffentlich bohren die REPS Barack Obama jetzt nicht wieder ein Loch ins Boot!!

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