Barack Obama: Was bleibt vom Superman?

Barack Obama
Was bleibt vom Superman?

Er ging als Superstar und kehrt als normaler Politiker zurück: US-Präsident Obama hat sich seit dem vergangenen Berlin-Besuch 2008 verändert. Viele Amerikaner sind enttäuscht. Jetzt versucht er sich als neuer Kennedy.
  • 19

New YorkAls sich der Kandidat Barack Obama vor fünf Jahren vor der Berliner Siegessäule von 200.000 Menschen bejubeln ließ, kam das zu Hause nicht ausschließlich gut an. Sein damaliger Gegner im Rennen ums Weiße Haus, John McCain, schnitt aus dem Auftritt einen ätzenden Wahlkampfspot zusammen: Er zeigte erst Obama in Berlin, dann die Glamour-Girls Britney Spears und Paris Hilton im Blitzlichtgewitter. „Er ist der größte Promi der Welt“, sagte eine Stimme. „Aber ist er auch bereit zu führen?“

Es ist ein Vorwurf, der Obama bis heute in Amerika anlastet: Der Präsident bewegt sich in der Welt wie ein Superstar, hat einen Sinn für Symbolik und ist ein begnadeter Redner – doch seine Taten bleiben dann oft hinter seinen Worten zurück.

Unter diesem Verdacht steht Obama auch, wenn er am Mittwoch seinen zweiten großen Auftritt in der deutschen Hauptstadt absolvieren wird, vor dem Brandenburger Tor. Erwartet wird eine große Rede: Er werde über die „tiefen und beständigen Bindungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland sprechen“, kündigte Obamas Sprecher an, und über die „Werte, die uns verbinden“.

Darin einbauen wird er sicher auch den einen oder anderen Satz, der geeignet ist, einmal in den Geschichtsbüchern zu stehen. An Symbolhaftigkeit jedenfalls mangelt es nicht: Mit der Wahl des Ortes stellt sich Obama in direkte Linie mit Präsidenten-Legenden der vergangenen Jahrzehnte: Ronald Reagan sprach 1987 vor dem Brandenburger Tor („Mr. Gorbachev, tear down this wall“), Bill Clinton 1994 („Amerika steht an Ihrer Seite, jetzt und für immer“). Und natürlich John F. Kennedy vor 50 Jahren vor dem Schöneberger Rathaus („Ich bin ein Berliner“).

Große Namen allesamt, die in Europa wie in den USA über die politischen Lager hinweg bewundert bis verklärt werden. Ob Obama da wird mithalten können? Im fünften Jahr seiner Präsidentschaft spricht derzeit wenig dafür. In seiner zweiten und letzten Amtszeit sucht Obama noch nach seinem Platz in der Geschichte. Die überbordenden Hoffnungen, die er im Wahlkampf 2008 selbst schürte und im vergangenen Jahr wiederzubeleben versuchte, hat er nicht erfüllt. Der Heilsbringer ist auf Normalgröße geschrumpft: zu einem Präsidenten, der sich wie alle anderen durch den politischen Alltag kämpfen muss. Seine Zustimmungsraten haben gerade erst wieder einen Tiefpunkt erreicht.

Obama wollte die politische Kultur in Washington verändern – und fand sich in den üblichen Machtspielen mit den gegnerischen Republikanern wieder. Das Klima in der Hauptstadt ist so vergiftet wie lange nicht mehr, und auch Obama schreckt vor schmutzigen Tricks nicht zurück.

Kommentare zu " Barack Obama: Was bleibt vom Superman?"

Alle Kommentare
  • Herrlich diese Kommentare nach der deutschen Obamanie der letzten 5 Jahre. Letztes Jahr noch wurde ich von meinen deutschen Freunden in der Luft zerrissen, wenn ich sagte, das sei ein Blender.

  • Wenn Obama der neue Kennedy sein will, soll er mal versuchen das Bankensystem zu reformieren und die FED zu zerschlagen!

  • Was bleibt vom Supermann?

    Sein Werk - die amerikanische Dystopie die sich auf der ganzen Welt ausbreitet!

    Herrschende Geldjunkies, die regelmäßig auf den nächsten Schuß warten, um sich dann wieder hemmunglos in ihre Wallstreetparties und Zockerein zu stürzen.
    Für den Rest die Mätopie der Zinssklaverei und persönlichen Freiheitsberaubung. Über allem "Big Brother" mit seinen Drohnen und der lückenlosen Stellar Wind Überwachung vom Internet Room 641A, zur US-984XN Überwachung aller Kommunikationsdaten.

    Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!


  • nach Kennedy vielleicht der größte Präsident nach Abraham Lincoln!

  • Dem brauche ich nichts hinzuzufügen; höchstens, daß ich schon lange innerlich ausgewandert bin. Leider kommt das physische Auswandern nicht mehr in Frage.

  • Ich erinnere mich noch sehr gut, wie Vettel gesagt hat:

    "Nehmen Sie Ihre Frau zur Arbeit mit ??! Ich nicht!"

    Der Obama reist ständig mit seiner Familie rum. Also ist er nicht aus der Arbeit.

    Es ist nicht in Ordnung, dass so viel Steuergeld auf solch einen Blender drauf geht.
    Er hat einfach die Politik von G.W. Bush fortgesetzt. Soll das jetzt eine große Leistung sein ?

    Der Obama hat keinen einzigen politischen Akzent gesetzt.
    Dass der mittlere Osten nicht in die Steinzeit gebombt wurde, das haben wir nicht Obama, sonder Russland + China zu verdanken.

    In Afghanistan ist Chaos, im Irak ist Chaos, in Nordafrika haben es sich islamistische Fundamentalisten gemütlich gemacht und in Syrien wird gerade versucht die Al-Qaida an die Macht zu putschen.

    Ich kann hier keinerlei politische Erfolge seitens Obama sehen.

  • In Berlin feiern sich unter Ausschluß der Öffentlichkeit die „Eliten“ wieder selbst! „Volksvertreter“ müssen sich durch ein Großaufgebot an Sicherheit und Überwachung vor ihren eigenen Völkern und Bürgern schützen, schon pervers sowas.
    Das ist das Gleiche, wie das nicht vorhandene „Gottvertrauen“ des alten deustchen Ex-Papstes, welcher im „gepanzerten Papamobil“ über den Petersplatz fuhr.
    Für mich sind das alles nur noch Schauspieler, denen man die öffentliche Rolle der Repräsentation zugedacht hat. Im Hintergrund ziehen ganz Andere die Fäden und spielen ihre „gezinkten Karten“ aus. Zum Wohle weniger für das Großkapital, aber gegen die Masse der Gesamtmenschheit. Würden die Menschen weltweit endlich erkennen, daß immer nur gegen ihre ureigenen Interessen gehandelt wird, hätten sie diesen politischen Protagonsiten jeglicher Couleur schon lange das Vertrauen entzogen.
    Hier und in Europa leben 'zig Millionen Menschen unter erbärmlichen sozialen Verhältnissen, über 21 Millionen Europär sind arbeitslos, 47 Millionen Amerikaner leben von Lebensmittelmarken, Tendenz weiter steigend, aber für diesen Staatsbesuch wird eine ganze Großstadt hermetisch abgeriegelt. Der deutsche Steuerzahler darf dann die Kosten des Polizeieinsatzes bezahlen, schönen Dank nach Berlin - Obama plus Anhang go home und nimm deinen „american way of life“ mit zurück in dein country. Wir brauchen euren Müll hier nicht, er vergiftet durch fastfood-Müll unsere Kinder und eure Denk- und Handlungsweise unsere Gesellschaften.
    Wir Deutschen wollen auch aus Wirtschaftsinteressen keine Kriege führen.
    Und die Medien haben für 24 Stunden wieder Material um ihre sinnlosen Nachrichtensendungen, Zeitungen und Onlineausgaben zu füllen.
    Mein Entschluss steht fest, ich werde mich darum bemühen, dieser EU, dem Euro, Deutschland, dieser Brot und Spiele Gesellschaft ohne Moral und Rückgrat endgültig den Rücken zu kehren und auszuwandern.
    Mich hält hier nichts mehr, rein gar nichts!
    Und tschüss ...


  • "Wall Street Darling"

    Überraschend ist, dass sich Obama zudem bereits jetzt als echter "Wall Street Darling" herauskristallisiert hat. Unter den 20 größten Spendern, die direkt ihn unterstütz haben finden sich gleich vier der fünf großen Investmentbanken der New Yorker Finanzmeile. Allen voran

    Goldman Sachs mit über 601.500 Dollar auf Rang eins gefolgt von

    JP Morgan Chase & Co (373.500 Dollar) auf Rang drei.

    Lehman Brothers spendeten 330.800 Dollar (Rang 7) und

    Morgan Stanley immerhin noch 274.200 Dollar. Dazwischen platzierten sich übrigens noch die Großbanken

    Citigroup und

    UBS auf den Rängen vier und fünf mit Spenden in Höhe von 371.000 bzw. 370.850 Dollar.

    Anzumerken bleibt, dass diese Summen meist im Rahmen von Mitarbeitersammelaktionen samt deren Familien aufgebracht werden und dann im Namen des Unternehmens überwiesen werden.

    Quelle Wirtschaftsblatt

    Die Logik des US-Wahlrechts ist recht simpel: wer die meisten Spendengelder sammelt, der gewinnt den Friedensnobelpreis und darf ein paar Kriege führen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Die Sicherheitsvorkehrungen für diesen Besuch sind völlig übertrieben. Als "Normalberliner" hat man keine Chance, einen Blick auf den Präsidenten zu werfen. Der Platz um das Brandenburger Tor ist hermetisch abgeriegelt. Auch der Berliner Luftraum ist für zwei Tage im Umkreis von 54 Km um den Reichstag komplett gesperrt. Schon wer bspw. in Strausberg ein Modellflugzeug aufsteigen lässt, macht sich unter Umständen strafbar. Das ist kein Besuch Deutschlands und seinem Volk, sondern eine Wahlkampf Club-Veranstaltung der derzeitigen Regierung.

Serviceangebote