Barack Obamas Abschiedsrede: „Wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen“

Barack Obamas Abschiedsrede
„Wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen“

Am Ende weint der scheidende US-Präsident Barack Obama. In seiner Abschiedsrede erinnert er an seine hoffnungsvolle Wahlkampfbotschaft vom Wandel – und schwört er die Amerikaner auf ihre Anständigkeit ein.
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ChicagoDer scheidende US-Präsident Barack Obama hat in seiner Abschiedsrede seine Landsleute zum Zusammenhalt und zur aktiven Bürgerschaft aufgerufen. Die Ungleichheit, vor allem zwischen Schwarzen und Weißen in den Vereinigten Staaten, müsse überwunden werden.

„Wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen“, sagte er am Dienstagabend (Ortszeit) vor Tausenden jubelnden Zuhörern in Chicago. Dennoch sei Amerika ein „besserer Platz, als zu dem Zeitpunkt, an dem wir angefangen haben.“

Die Gräben zwischen den Ethnien in den Vereinigten Staaten sind aus Obamas Sicht längst nicht überwunden. Das Gerede vom postethnischen Amerika nach seinem Wahlsieg 2008 möge zwar gut gemeint gewesen sein, sei jedoch „nie realistisch“ gewesen, sagte Obama in seiner letzten Rede als Staatsoberhaupt.

Obama beklagte eine „krasse Ungleichheit“ in seinem Land. Diese zersetzte die demokratischen Prinzipien der Vereinigten Staaten. Zu viele Familien in Brennpunkten von US-Städten und in ländlichen Gebieten seien zurückgelassen worden. Daher seien viele zu der Überzeugung gelangt, dass das „Spiel zu ihren Lasten manipuliert“ werde und dass die Regierung lediglich ihren eigenen mächtigen Interessen diene.

Diese Gemengelage sei ein „Rezept für mehr Zynismus und Polarisierung in unserer Politik“, ergänzte Obama. Mit seinen Worten schien er dem Umstand Rechnung zu tragen, dass unter anderem die wirtschaftliche Unsicherheit zum Wahlsieg des Republikaners Donald Trump im vergangenen November beitragen hatte.

Zugleich warnte er davor, jedes wirtschaftliche Problem als einen Kampf zwischen hart arbeitenden Weißen aus der Mittelschicht und unwürdigen Migranten hinzustellen. Kinder von Einwanderern im Stich zu lassen, schmälere auch die Erfolgsaussichten amerikanischer Kinder, sagte Obama.

Der scheidende US-Präsident erinnerte an seine einstige Wahlkampfbotschaft vom Wandel. Er glaube noch immer an die Macht der Veränderung, erklärte Obama. Zwar seien die Fortschritte im Land „uneben“ verlaufen. Bisweilen wirke es auch, als ob auf „alle zwei Schritte nach vorn“ ein „Rückschritt“ erfolgt sei. Doch strebten die USA nach einer „Vorwärtsbewegung, einer konstanten Ausweitung unseres Gründungscredos, jeden einzuschließen, nicht nur einige wenige“, sagte Obama.

Zudem versprach er eine friedliche Machtübergabe an seinen Nachfolger Donald Trump. Das gleiche habe ihm auch sein Vorgänger George W. Bush ermöglicht, sagte Obama. Zugleich nahm er die Bürger in die Pflicht: „Es kommt auf alle von uns an, um sicherzustellen, dass die Regierung jedem helfen kann, den zahlreichen Herausforderungen zu begegnen, mit denen wir konfrontiert sind.“ Mit Blick auf die künftige Regierung sagte Obama außerdem, die Politik der USA müsse „die Anständigkeit“ des amerikanischen Volkes widerspiegeln.

Obama, der am Ende seiner Abschiedsrede seine Frau Michelle würdigte und dabei Tränen vergoss, wird sein Amt am 20. Januar offiziell abgeben. An diesem Tag wird Donald Trump seinen Amtseid leisten und das Amt als Staats- und Regierungschef der US-Amerikaner übernehmen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Barack Obamas Abschiedsrede: „Wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen“"

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  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

    Herr Peter Spiegel11.01.2017, 16:13 Uhr
    Obama hat in Nazi-Deutschland Asyl beantragt. Kim Jong-un hat es genehmigt.

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