Baskenland
Kein Jubel in Spanien über Eta-Waffenruhe

Die baskische Untergrundorganisation Eta will vorerst keine Anschläge mehr verüben. Doch die Ankündigung der Terrororganisation in Spanien keinen Jubel ausgelöst. Die Sicherheitskräfte argwöhnen gar, der Gewaltverzicht sei nur ein Trick.
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MADRID. Das Video zeigt drei schwarzgekleidete Gestalten, die ihre Gesichter mit weißen Tüchern vermummt und ihre Köpfe mit Baskenmützen bedeckt haben. Eine in der Mitte sitzende Frau verliest eine Erklärung in baskischer Sprache, in der die Terrororganisation Eta bis auf weiteres einen Gewaltverzicht verkündet.

Die Ankündigung der „Waffenruhe“ durch die baskischen Separatisten löste in Spanien jedoch keinen Jubel aus. Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero wie auch die konservative Opposition reagierten eher skeptisch.

Der Gewaltverzicht blieb weit hinter dem zurück, was Madrid gefordert hatte, nämlich eine bedingungslose und definitive Aufgabe des bewaffneten Kampfes. Von einem Niederlegen der Waffen ist in der Erklärung nicht die Rede. „Die Eta hat schon vor Monaten entschieden, keine offensiven bewaffneten Aktionen vorzunehmen“, heißt es in der Erklärung. Wie lange die „Waffenruhe“ dauern soll, bleibt offen.

„Nach allem, was wir von der Eta wissen, ist sie nicht bereit, den bewaffneten Kampf aufzugeben“, hatte erst kürzlich der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba betont.

Die spanischen Sicherheitskräfte argwöhnen, dass die Eta mit dem Gewaltverzicht nur Zeit gewinnen und ihre derzeitige Schwächephase überwinden will. Die Organisation hat in den vergangenen drei Jahrzehnten schon elfmal eine „Waffenruhe“ verkündet und diese Zeit häufig dazu genutzt, ihren inneren Zusammenhalt neu zu stärken und sich aufzurüsten.

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