BDI will helfen
Die Griechenland-Fitmacher

Griechenland liegt am Boden, daran können auch neue EU-Hilfen nichts ändern. Die deutsche Wirtschaft hat das Problem erkannt und will dem Land wieder auf die Beine helfen – mit einem speziellen Businessplan.
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BerlinDie deutsche Industrie hat Griechenland Unterstützung auf dem langen Weg zur Rückgewinnung seiner wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit angeboten. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Markus Kerber, sagte am Donnerstag, die diskutierten Finanzhilfen für das Land seien nur ein wichtiges Element zur Überwindung der Probleme des hoch verschuldeten Euro-Landes. Daneben gelte: „Wir brauchen dringend auch ein Investitionsprogramm, einen Business-Plan, einen Plan für die Umgestaltung der griechischen Volkswirtschaft.“ Das Land müsse seine Schulden nicht nur tragen können, sondern mit Hilfe eines anderen Wirtschaftsmodells auch Erträge erzielen, um seine Schulden langfristig abzubauen.

Dazu bräuchten die Griechen viel Geduld und eine nachhaltige Politik - das habe auch Deutschland bei strukturellen Änderungen erfahren. „Alle Strukturwandel in Volkswirtschaften brauchen in der Regel fünf bis zehn Jahre, manchmal sogar 15 Jahre“, sagte Kerber. Deutschland und die deutsche Industrie könnten Griechenland aus den eigenen Erfahrungen vermitteln, dass solche Prozesse Zeit brauchen und eine nachhaltige Politik. „Wir wissen: wenn man genügend Geduld aufbringt, um die Investitionsbedingungen und die Kostenfaktoren zu verändern, dann kann der Turnaround gelingen.“ Dafür müssten aber die notwendigen Voraussetzungen, Veränderungen geschaffen werden.

Die deutsche Wirtschaft sei interessiert und bereit, ihre Investitionen in Griechenland zu verstärken, wenn die Rahmenbedingungen dafür attraktiver würden. „Ich glaube, das Hauptmanko, dass die griechische Regierung beheben muss, ist, dass wir schnellere Genehmigungsverfahren und administrative Prozesse bekommen“, sagte Kerber. Es dauere in Griechenland zu lange von Investitionsentscheidungen bis zu Umsetzungen. „Hier sind sehr oft die Zeiträume zu lang, die Dinge sind zu verworren, zu unklar - und das schreckt Investoren ab“, sagte er. Vorrangig sei zudem ein positives Investitionsklima. „Und dann kann man sich immer noch unterhalten, in welchem Ausmaß zum Beispiel europäische Fördermittel verwandt werden, um Investitionen ... nach Griechenland fließen zu sehen“, ergänzte er.

Auf einer BDI-Veranstaltung in Berlin mit deutschen Unternehmensvertretern und dem griechischen Wirtschaftsminister Michalis Chrisochoidis ging es am Donnerstag darum, deutsche Investoren stärker an dem Land zu interessieren.

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  • Der Wirtschaftsminister Chrisochoidis sollte neben den löblichen Ansätzen zur Verbesserung der Direktinvestitionen allerdings auch dringend darauf hinwirken, daß die griechische Staatsverwaltung endlich funtionsfähig und effizient wird. Sonst bleibt der Staat weiterhin im Mustopf des Defizits.

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