Bedrohung durch Extremisten
Geheimdienste sehen Terrorgefahr in Urlaubsländern

Westliche Geheimdienste sehen offenbar eine hohe Terrorgefahr in zahlreichen Urlaubsländern. Laut einem Pressebericht gelten auch Länder wie Frankreich, Italien und Polen als «hochbedroht».

HB BERLIN. Vor Beginn der Ferienzeit gehen westliche Geheimdienste von einer hohen Terrorgefahr in vielen wichtigen Urlaubsländern aus. Das berichtete die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf einen Bericht der Geheimdienste an ihre Regierungen.

Demnach wird die Bedrohung durch islamistische Terroristen nicht nur in Länder wie Afghanistan, Pakistan, Saudi-Arabien oder Jemen als «hoch» eingeschätzt. Die Warnung gelte auch für Reiseländer wie Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, Polen, Dänemark und die Türkei.

Für Spanien, das beliebteste Reiseziel der Deutschen, hat die Entscheidung zum Abzug seiner Truppen aus dem Irak nach Einschätzung der Geheimdienste keine Entspannung gebracht. Die Gefährdung dort werde unverändert als hoch gesehen.

Die Geheimdienste mahnen in ihrer Bedrohungsanalyse auch Fernreisende mit Zielen wie Thailand, Indonesien, Philippinen und Australien zu besonderer Vorsicht. Diese Länder gelten nach den aktuellen Berichten als «hoch» gefährlich. Dagegen sind Länder wie Deutschland, USA, Kanada, Tunesien, Ägypten, Indien, Malaysia und Singapur nur in der Gefährdungsstufe «mittel» aufgeführt.

Zur Begründung der Gefahren nennen die Geheimdienste laut «Welt am Sonntag» die weltweite Bedrohung durch islamistische Extremisten um Osama Bin Laden und das Netzwerk Al Qaeda. Deren Terror gegen «Ungläubige» sei trotz erheblicher Fahndungserfolge unverändert die größte Bedrohung. Der Kampf gegen diesen internationalen Terrorismus werde durch die hohe Beweglichkeit der Täter, ihre weltweit präsenten Unterstützer und deren effiziente Vernetzung erschwert.

Nach den Fahndungserfolgen der vergangenen beiden Jahre haben sich die Al-Qaeda-Terroristen nach Einschätzung der Geheimdienste neu strukturiert, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Sie operieren demnach dezentral in regionalen Strukturen mit hoher personeller Vernetzung. Bin Laden und sein Stellvertreter Ayman al Sawahiri seien unverändert die Köpfe des Netzwerkes.

Neben dem Führungsduo seien auch zahlreiche Operateure und Logistiker aus der mittleren Führungsebene auf freiem Fuß. Dazu zählten Saif al Adl sowie Abu Musab Al Zarqawi als wichtige Planer mit besonders guten Verbindungen nach Europa. Veranstalter raten den Kunden indes, sich über die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes zu informieren.

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