Befehl von oben
Obama erlaubt Kampfeinsätze gegen Taliban

Eigentlich sollte der Kampfeinsatz in Afghanistan dieses Jahre enden. Nun hat der US-Präsident laut „New York Times“ einen Befehl unterzeichnet, der weitere militärische Aktionen erlaubt – auch mit Bombern und Drohnen.
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WashingtonDie USA wollen sich einem Zeitungsbericht zufolge auch nach dem offiziellen Ende des Kampfeinsatzes im kommenden Jahr stärker militärisch in Afghanistan engagieren als ursprünglich geplant. US-Präsident Barack Obama habe einen entsprechenden geheimen Befehl für das Militär unterzeichnet, berichtete die „New York Times“ am Samstag. Demnach sollen sich US-Soldaten für mindestens ein weiteres Jahr auch direkt an der Bekämpfung radikal-islamischer Taliban beteiligen, wenn eine Bedrohung für amerikanische Einheiten oder die afghanische Regierung bestehe. Möglich seien auch US-Luftangriffe zur Unterstützung des afghanischen Militärs sowie die Begleitung afghanischer Truppen bei Einsätzen gegen die Taliban.

Der auslaufende Nato-Kampfeinsatz, bei dem inoffiziellen Angaben zufolge knapp 3500 Isaf-Soldaten starben, endet im Dezember. Ab 2015 sollen deutlich weniger ausländische Soldaten im Land sein. Ihre Aufgabe soll sich auf die Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte beschränken.

Im Mai hatte Obama erklärt, dass die US-Einheiten in Afghanistan im kommenden Jahr keine Kampfeinsätze mehr führten. Die verbleibenden rund 9800 Soldaten sollten afghanische Einheiten schulen, aber auch die „Überreste der Extremisten-Gruppe Al-Kaida jagen“.

Die „New York Times“ machte keine Angaben dazu, ob die neue Anweisung des US-Präsidenten Auswirkungen auf die Truppenstärke am Hindukusch habe. Ein US-Regierungsvertreter sagte zu dem Bericht, der US-Kampfeinsatz in Afghanistan werde wie geplant im kommenden Jahr enden. Allerdings habe die Sicherheit der US-Soldaten erste Priorität, so dass es weiter Einsätze zur Selbstverteidigung und zur Unterstützung des afghanischen Militärs geben werde.

Auch die Bundeswehr soll mindestens ein weiteres Jahr in Afghanistan bleiben. Das Kabinett hat in der vergangenen Woche die Beteiligung von bis zu 850 Soldaten an „Resolute Support“ von Januar an beschlossen. Einen Kampfauftrag wird die Bundeswehr nicht mehr haben.

Zuletzt hat die Zahl der Taliban-Anschläge wieder zugenommen. Es wird bezweifelt, dass afghanische Armee und Polizei allein in der Lage sind, für Sicherheit in dem Land zu sorgen. In Afghanistan sollen im kommenden Jahr auch bis zu 850 Bundeswehrsoldaten stationiert bleiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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