Befragung von 1600 Erwachsenen
Russen nachträglich gegen Perestroika

In einer Umfrage gab die Mehrheit der Russen an, ihr Land wäre Supermacht geblieben, wenn Gorbatschow keine Reformen eingeleitet hätte. Die Befragten sehen die Auswirkungen der Öffnung ihres Landes hauptsächlich negativ.

HB DÜSSELDORF. 20 Jahre nach dem Amtsantritt des früheren sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow lehnt eine Mehrheit der Russen dessen Reformen und ihre Folgen ab.

Die Perestroika, mit der Gorbatschow die Sowjetunion modernisieren und öffnen wollte, habe sich hauptsächlich negativ ausgewirkt, sagten 56 Prozent der Teilnehmer einer am Freitag veröffentlichten Umfrage. Lediglich 22 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Lewada Befragten äußerten sich positiv über die Reform-Politik.

36 Prozent der rund 1600 befragten Russen gaben an, ihr Land wäre ihrer Meinung nach eine Supermacht geblieben, wenn Gorbatschow keine Reformen eingeleitet hätte. 48 Prozent waren der Meinung, dem Land ginge es besser, wenn es das System aus der Zeit vor 1985 behalten hätte.

Gorbatschow wurde vor 20 Jahren zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) gewählt. Ziel seiner Politik der Glasnost (Transparenz) und Perestroika (Umbau) war eine Stärkung der Sowjetunion durch mehr Meinungsfreiheit und begrenzt zugelassene Privatisierungen.

Letztendlich führte die Politik jedoch zu einem Zusammenbruch der Sowjetunion. Im Westen wird ihm zu Gute gehalten, bei der Beendigung des Kalten Krieges eine maßgebliche Rolle gespielt zu haben.

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