Befragung zeigt Meinungsumschwung
US-Bürger lehnen Irak-Krieg zunehmend ab

Die Mehrheit der US-Bevölkerung sieht die Irak-Politik von Präsident George W. Bush zunehmend kritisch. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des US-Senders CNN, der Zeitung „USA Today“ und des Gallup Instituts lehnen erstmals seit Beginn des Krieges die Mehrheit der Bürger das militärische Engagement im Irak ab. Bushs demokratischer Herausforderer John Kerry kann jedoch von dem Stimmungsumschwung nicht profitieren.

HB WASHINGTON. Anfang des Monats waren es noch 41 Prozent. Die Mehrheit (55 Prozent) glaubt auch nicht mehr an das von Präsident Bush immer wieder vorgebrachte Argument, dass die USA durch den Irak-Krieg sicherer vor Terroranschlägen geworden seien. Wie die „USA Today“ auf ihrer Internetseite berichtete, ist es das erste Mal seit dem Vietnamkrieg (1964-1975), dass die Mehrheit der US-Bürger in der Entsendung von US-Truppen einen Fehler der Regierung in Washington sieht. Zu Beginn des Irak-Krieges im vergangenen Jahr hatten diesen noch drei von vier US-Bürgern für gerechtfertigt gehalten.

Die USA hatten den Krieg damit begründet, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge. Trotz umfangreicher Suche sind mehr als ein Jahr nach Kriegsbeginn solche Waffen in dem Land nicht gefunden worden. US-Präsident George W. Bush hatte zudem erklärt, der Irak-Einsatz mache die USA sicherer, indem er die Demokratie in einem Schlüsselland des Nahen Ostens einführe. Die Sicherheitslage im Irak ist weiter angespannt. Bei mehreren Anschlägen von Moslemextremisten wurden allein am Donnerstag im Irak etwa 100 Menschen getötet und hunderte verletzt.

Die Lage im Irak ist eines der Hauptthemen der US-Präsidentenwahl im November, bei der Bush von dem demokratischen Bewerber John Kerry herausgefordert wird. Die Umfrage ergab jedoch, dass Bushs demokratischer Herausforderer im Kampf um die Präsidentschaft, John Kerry, nicht von dem Stimmungsumschwung im Hinblick auf den Irak-Krieg profitieren kann. Laut Umfrage gewann Bush in der Wählergunst sogar hinzu und führt nun mit 48 Prozent vor Kerry, den 47 Prozent der Befragten wählen würden, und dem unabhängigen Kandidaten Ralph Nader, der demnach auf 3 Prozent käme. Die Zeitung „USA Today“ führte die verbesserten Umfragedaten des Amtsinhabers auf positivere wirtschaftliche Erwartungen zurück.

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