Befreiung von Terroristen
Taliban stürmen pakistanisches Gefängnis

Wahltag in Pakistan: Die Taliban wählen das Datum für den Urnengang für eine spektakuläre Gefangenenbefreiung. Hunderte Islamisten können fliehen, zahlreiche Menschen wurden getötet.
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IslamabadUnmittelbar vor der Präsidentenwahl in Pakistan haben schwer bewaffnete Taliban-Kämpfer ein Gefängnis im Nordwesten des Landes gestürmt und mehr als 250 Häftlinge befreit. Mindestens 40 der geflohenen Insassen gehörten den pakistanischen Taliban (TTP) oder der schiitenfeindlichen Terrorgruppe Lashkar-e-Jhangvi an, sagte der Verwaltungschef des Distrikts Dera Ismail Khan, Mushtaq Jadoon, am Dienstag.

Ein Polizeisprecher sagte, bei den Gefechten seien fünf Polizisten, vier Gefangene, drei Zivilisten und einer der Angreifer getötet worden. 17 Menschen seien verwundet worden.

Jadoon sagte, mehr als 100 als Polizisten verkleidete Aufständische hätten das Gefängnis kurz vor Mitternacht angegriffen. Sie hätten rund 60 Handgranaten geworfen und dann das Feuer eröffnet. Die Gefechte hätten die ganze Nacht angedauert. Die Stadt Dera Ismail Khan sei abgeriegelt worden.

In einer Mitteilung von TTP-Sprecher Shahidullah Shahid hieß es, rund 150 Taliban-Kämpfer hätten an dem Angriff teilgenommen, darunter 60 Selbstmordattentäter. Mehr als 300 Insassen seien befreit worden. Im vergangenen Jahr hatten TTP-Kämpfer ein Gefängnis im nahe gelegenen Bezirk Bannu gestürmt.

Am Dienstagmorgen begann in den Parlamenten in Pakistan die Wahl eines neuen Staatsoberhaupts. Die Muslim-Liga (PML-N) von Premierminister Nawaz Sharif hat den Geschäftsmann Mamnoon Hussain (73) aus Karachi aufgestellt, dessen Wahl zum Präsidenten als sicher gilt. Die größte Oppositionspartei - die Volkspartei PPP von Amtsinhaber Asif Ali Zardari - boykottiert die Wahl. Zardaris Zeit in dem weitgehend zeremoniellen Amt endet am 8. September.

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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