Befürchtung der Weitergabe von US-Technologie
USA kippen Israel aus Waffenprojekt

Offenbar aus Ärger über die militärische Zusammenarbeit mit China haben die USA Israel von einem gemeinsamen Rüstungsprojekt ausgeschlossen. Das teilten Mitarbeiter der israelischen Rüstungsindustrie jetzt mit.

HB/hn/ap TEL AVIV/WASHINGTON. Ursprünglich war Israel einer der Hauptpartner, die an der Entwicklung des Kampfjets F-35 der US-Firma Lockheed Martin beteiligt waren. Nun sollen israelische Ingenieure von der Entwicklung des "Techno Wizard" ausgeschlossen werden. Ebenfalls auf Druck der USA hat die EU gerade ihr Vorhaben auf Eis gelegt, das Waffenembargo gegen China aufzuheben.

Washington befürchte, Israel könne Technologie und Informationen aus dem Kampfjet-Programm weitergeben, heißt es in Jerusalem. Das Überschallflugzeug mit der Technik, sich für gegnerisches Radar unsichtbar zu machen, soll ab 2008 verkauft werden. Wie aus der Rüstungsindustrie verlautete, reagierte das Pentagon mit dem Ausschluss Israels auf dessen Waffengeschäfte mit China. In der israelischen Verteidigungsindustrie wertet man Washingtons Einwände aber auch als Versuch, israelische Anbieter im Konkurrenzkampf um Frühwarnsysteme auszuschalten.

Die USA argumentieren, mit den israelischen Waffenlieferungen sei Peking sensible US-Technologie zur Verfügung gestellt worden, womit zentrale Bedingungen des Technologietransfers verletzt worden seien. Insbesondere gehe es um die vom staatseigenen Konzern Israel Aircraft Industries Anfang der 90er Jahre an China gelieferte Harpy-Drohnen. Teile dieser Drohnen schickte Peking im vergangen Jahr nach Israel zurück - nach US-Darstellung mit dem Ziel, ihre Fähigkeit zur Erfassung und Zerstörung feindlicher Radaranlagen zu verbessern. Diese könnten dann womöglich in einem Krieg Chinas gegen Taiwan eingesetzt werden. Nach israelischer Darstellung wurden die Harpys nur zu Wartungsarbeiten nach Israel zurückgeschickt.

Zudem soll Israel bei der Entwicklung des chinesischen J-10-Kämpfers maßgeblich mitgeholfen haben. Jerusalem habe Peking Pläne des in Israel entwickelten Kämpfers Lavi verkauft. Das vor Jahren eingestellte Projekt war von den USA maßgeblich finanziert worden.

Bereits in der Vergangenheit haben Israels Rüstungsgeschäfte mit der Volksrepublik das Verhältnis zu Washington belastet. Vor fünf Jahren musste Israel ein bereits unterzeichnetes China-Geschäft mit einem Volumen von 1,25 Milliarden Dollar auf Druck aus Amerika rückgängig machen. Die "Phalcon"-Frühwarnsysteme seien technologisch dermaßen fortgeschritten, dass sie die Schlagkraft der Chinesen gefährlich erhöhen würde, argumentierte die US-Regierung damals. Israel wurde von China zu einer Kompensationszahlung von 350 Mill. Dollar verpflichtet.

Um US-Druck zuvorzukommen, hat Verteidigungsminister Schaul Mofaz kürzlich die 50 führenden Rüstungsfirmen des Lands dazu verpflichtet, für alle Kontakte mit China Bewilligungen einzuholen. Israel gilt nach Russland als einer der wichtigsten Waffenlieferanten Chinas. Das Land, dessen Rüstungsindustrie weltweit mittlerweile zu den fünf größten Exporteuren weltweit zählt, liefert vor allem kleinere Waffensysteme und Kontrollapparate nach Peking.

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