Begegnung vor G8-Treffen
Putin und Bush vereinbaren Pakt gegen Atomterrorismus

Die USA und Russland wollen den Kampf gegen den Nuklearterrorismus gemeinsam voranbringen. US-Präsident George W. Bush und sein russischer Kollege Wladimir Putin vereinbarten am Samstag in St. Petersburg eine Initiative für ein entsprechendes internationales Abkommen. Es war eines der wenigen greifbaren Ergebnisse der Zusammenkunft.

HB ST. PETERSBURG. Bush und Putin riefen andere Staaten auf, dem Pakt beizutreten und alles zu tun, um nukleares Material nicht in die Hände von Terroristen gelangen zu lassen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) solle einen Beobachterstatus bekommen. Vor dem Treffen der G8-Staats- und Regierungschefs vereinbarten Bush und Putin zugleich eine enge Zusammenarbeit beim weltweiten Ausbau ziviler Kernenergie.

„Nuklearterrorismus ist eine der gefährlichsten Bedrohungen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Zusammen mit der IAEA müssten Schritte unternommen werden, Anschaffung, Transport und Benutzung nuklearer Mittel und radioaktiver Substanzen durch Terroristen zu verhindern. Auch müsse Nuklearmaterial besser gesichert werden.

Washington und Moskau verfolgen seit längerem Maßnahmen gegen die Verbreitung von Kernwaffentechnologie. Derzeit verfügen Terroristen nach Expertenansicht noch nicht über Nukleartechnik - weder über Kernsprengsätze noch über so genannte schmutzige Bomben, die radioaktives Material mittels konventioneller Waffen verteilen könnten. Es existieren aber Kernmaterialien, die sich für Terrorwaffen eignen. Diese sind allerdings teils schlecht gesichert, was auch ein Problem Russlands ist.

Zur zivilen Nutzung der Kernenergie hieß es in der Erklärung, eine stärkere Kooperation in diesem Bereich liege im strategischen Interesse der USA und Russlands. Kernenergie sei ein Beitrag, um anderen Länder den Zugang zu sicherer, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher Energie zu ermöglichen. Diese sei ein wesentlicher Bestandteil für weltweit mehr Energiesicherheit.

Der Leiter der russischen Atombehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, sagte: „Die Umsetzung der Vereinbarungen beginnt mit der Einrichtung eines internationalen Zentrums zur Atomanreicherung in Angarsk.“ Der Aufbau werde mehrere Jahre dauern. Er forderte den freien Verkauf von russischen Kernbrennstoffen in den USA. Der Vorwurf von Dumpingpreisen für Brennstäbe sei vor 15 Jahren gerechtfertigt gewesen, aber nicht mehr heute. Ende Juli reist eine US-Delegation zu weiteren Gesprächen nach Moskau.

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