Begleiter befragt
Italien bemüht sich um entführte Journalistin

Nach der Entführung einer italienischen Journalistin im Irak hat die Regierung in Rom die Verhandlungen um ihre Freilassung begonnen. Muslimische Gruppen verurteilten die Tat.

HB BERLIN. Die italienische Regierung bemüht sich um die Freilassung der im Irak entführten italienischen Journalistin Giuliana Sgrena. Wie das staatliche italienische Fernsehen am Samstag berichtete, hat Rom in Bagdad entsprechende Kontakte aufgenommen, um die Freilassung der 56-Jährigen, die auch Mitarbeiterin der Wochenzeitung «Die Zeit» ist, zu erwirken. Mehrere muslimischen Verbände in Deutschland forderten die Freilassung der Reporterin.

«Wir Muslime in Deutschland verurteilen die Entführung aufs Schärfste», hieß es in einer Erklärung in Berlin. Sgrenas Reportagen seien durch tiefe Sympathie für das irakische Volk gekennzeichnet. «Wer immer solche Taten verübt, findet im Islam keine Rechtfertigung.»

In Italien wurden Zweifel an einem angeblichen Bekennerschreiben und Ultimatum geäußert. Nach italienischen Medienberichten wurden am Samstag der Fahrer sowie der Dolmetscher der Journalistin vorübergehend in Gewahrsam genommen und intensiv befragt. Sie sollten zu den ungeklärten Umständen des Verbrechens Stellung nehmen. Danach seien sie wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Iraker seien bei der Entführung am Freitag im Bagdader Universitätsviertel mit im Auto der Italienern gewesen. Sie erklärten, sie seien später in einem unbeobachteten Moment aus der Gewalt der Kidnapper geflüchtet.

Die Regierung in Rom bezweifelte Berichte, wonach eine Islamistengruppe Sgrena in der Gewalt habe. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira hatte berichtet, eine Gruppe namens «Organisation des islamischen Dschihad» habe sich zu der Tat bekannt. Sie verlange den Abzug der italienischen Soldaten innerhalb von 72 Stunden aus dem Irak.

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