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Begnadigung abgelehnt: Chodorkowski bleibt in Haft

Der frühere russische Öl-Milliardär Michail Chodorkowski muss im Gefängnis bleiben. Ein Gericht lehnte eine vorzeitige Entlassung jetzt ab.

Michail Chodorkowski. Foto: dpa
Michail Chodorkowski. Foto: dpa

HB MOSKAU. Seit fünf Jahren sitzt Chodorkowski bereits hinter Gittern. Das Gericht im sibirischen Tschita verweigerte ihm am Freitag die Begnadigung, wie die russischen Nachrichtenagenturen RIA Nowosti und Interfax meldeten. Nach russischem Recht können Häftlinge wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen werden, wenn sie mehr als die Hälfte ihrer Strafe abgesessen haben.

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Chodorkowski war im Oktober 2003 festgenommen und im Mai 2005 nach einem langen Prozess wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Sein Yukos-Konzern wurde faktisch zerschlagen und 2006 einem Konkursverwalter unterstellt. Beobachter vermuten hinter Chodorkowskis Verurteilung politische Beweggründe.

Gegen den einstigen Eigentümer des Konzerns läuft zudem ein zweites Strafverfahren. Ihm werden darin Unterschlagung und Geldwäsche von über 18 Milliarden Euro zur Last gelegt. Das Gericht folgte der Argumentation des Staatsanwaltes, wonach im Falle eine Begnadigung Fluchtgefahr bestehe und Chodorkowski zudem Zeugen beeinflussen könne. Die Richter kritisierten im Begnadigungsverfahren, dass Chodorkowski auch weiterhin jegliche Schuld bestreite.

Im Westen wird der Umgang mit Chodorkowski als Maßstab für die demokratischen Ambitionen unter dem neuen Präsidenten Dmitri Medwedew betrachtet. Der Kremlkritiker Chodorkowski sieht sich selbst als Opfer von Machenschaften der russischen Führung.

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