Begräbnis-Streit
Belgrad lässt Milosevic-Beisetzung in Serbien zu

Die serbische Regierung wird sich einem Begräbnis des in UN-Haft verstorbenen jugoslawischen Ex-Machthabers Slobodan Milosevic in dessen Heimat nicht in den Weg stellen. Die Hinterbliebenen favorisieren allerdings eine Beisetzung in Moskau.

HB BELGRAD. Der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica trat am Dienstag Äußerungen von Milosevics Sohn Marko entgegen, der erklärt hatte, die Regierung verwehre der Familie eine Beisetzung in Serbien. Allerdings schließt die serbische Regierung ein Staatsbegräbnis für Milosevic kategorisch aus.

Kostunica verwies im Gespräch mit der staatlichen Nachrichtenagentur Tanjug auf ein Gerichtsurteil, das der in Moskau lebenden Milosevic-Witwe Mirjana Markovic eine Rückkehr in ihr Heimatland zum Besuch der Beerdigung erlaubt. Sie wird in Serbien wegen Amtsmissbrauchs gesucht.

Das Gericht machte indes zur Auflage, dass Markovics Pass eingezogen wird und sie sich einer Gerichtsanhörung stellen muss. Angesichts dieser Auflagen hatte Marko Milosevic erklärt, die Witwe müsse selber entscheiden, ob ihr Mann in Serbien oder in Moskau beerdigt werde. Der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow habe bereits seine Einwilligung für ein Begräbnis in der russischen Hauptstadt gegeben, wo die Milosevic-Familie im Exil lebt.

Marko Milosevic traf am Dienstagmorgen in den Niederlanden ein, um den Leichnam seines Vaters abzuholen. Das Haager UN-Kriegsverbrechertribunal stellte unterdessen das Verfahren gegen den verstorbenen Präsidenten ein. „Sein Tod beendet dieses Verfahren“ sagte der Vorsitzende Richter Patrick Robinson. Milosevic war am Samstag tot in seiner Gefängniszelle des Haager Tribunals gefunden worden. Das UN-Kriegsverbrecher-Tribunal hatte Milosevic wegen seiner Rolle in den Balkan-Kriegen der 1990er Jahre angeklagt.

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