Begründung für Irak-Krieg
Späte Reue von Ex-Außenminister Powell

Der frühere US-Außenminister Colin Powell hat seinen Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat im Februar 2003 im Vorfeld des Irak-Krieges mit deutlichen Worten bedauert.

HB NEW YORK. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC sagte Powell, er fühle sich "furchtbar" wegen seiner Argumentation, die sich später als unhaltbar herausgestellt habe. Powell hatte damals die Vereinten Nationen über angeblich existierende irakische Massenvernichtungswaffen und die daraus resultierende Bedrohung der Welt durch das Regime von Saddam Hussein informiert.

Dies sei ein "Schandfleck" in seiner Karriere, betonte Powell. Schließlich sei er es gewesen, der für die Vereinigten Staaten der Welt diese Argumentation präsentiert habe. Das werde immer Teil seines Lebenslaufes sein. "Es war schmerzlich. Es ist jetzt schmerzlich", sagte Powell in dem Interview, das am Freitagabend ausgestrahlt werden soll.

Powell nahm den damaligen Chef des Geheimdienstes CIA, George Tenet, in Schutz. "Es gab Leute beim Geheimdienst, die zu der Zeit wussten, dass einige der Quellen nicht verlässlich waren, und sie haben nichts gesagt", sagte der Exminister. Der CIA-Direktor habe die Informationen geglaubt, sagte Powell.

Powell hatte bei seinem denkwürdigen Auftritt vor dem Sicherheitsrat vor laufenden Fernsehkameras Satellitenaufnahmen, Tonbandmaterial und andere Dokumente präsentiert, die Vermutungen der USA stützen sollten, der Irak verfüge über Langstreckenraketen, chemische Kampfstoffe sowie mobile Chemielabors. Dem Land stünden 100 bis 500 Tonnen Giftstoffe für Chemiewaffen zur Verfügung, so Powell. Nach dem Sturz von Saddam Hussein durch die US-Truppen stellte sich jedoch heraus, dass das Regime keinerlei Massenvernichtungswaffen besitzt.

Powell gehört dem Kabinett von US-Präsident George W. Bush seit dessen Wiederwahl nicht mehr an. Bush berief für ihn seine bisheriger Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice auf den Chefposten im State Department.

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